Tomaten Anbau, Pflege und Ernte

Beitragsbild Tomaten Anbau, Pflege und Ernte

Tomaten – Vom Anbau über die Pflege und Ernte.

Tomaten aus dem eigenen Garten sind ein beliebtes Gemüse. Damit der Anbau gelingt, erfahren Sie hier alles, was Sie über den Anbau, die Pflege und Ernte der Tomaten wissen müssen.

Tomaten im freien pflanzen.
Sind die Tomaten schon reif?

Was sind Tomaten?

Da Tomaten aus befruchteten Blüten wachsen, wären sie eigentlich Früchte. Für die Botaniker sind sie trotzdem kein Obst, sondern Fruchtgemüse. Sie gehören zur Familie der Nachtschattengewächse. Ursprünglich stammen die Tomaten aus Mittel- und Südamerika. Sie kamen im 16. Jahrhundert zu uns nach Europa.

Doch zunächst wurden die Pflanzen als Zierpflanzen kultiviert. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts kümmerten sich schließlich die Gärtner um neue und damit ertragreichere Züchtungen. Die roten Paradiesäpfel, wie sie anderswo auch genannt werden, wurden schließlich ein beliebtes Fruchtgemüse und sowohl von Hobbygärtnern, als auch von Gartenbaubetrieben angebaut. Die wärmebedürftigen Pflanzen sind in der Regel einjährig und werden daher jedes Jahr aufs Neue ausgesät.

Welche Tomatensorten gibt es? Und welche Sorten sind beliebt?

Es gibt viele verschiedene Tomatensorten: Während Buschtomaten beispielsweise gerade einmal zwanzig Zentimeter hoch werden, wachsen Stabtomaten bis zu zwei Meter in die Höhe. Die Blätter der Tomatenpflanzen sind dunkelgrün, fleischig, grob gefiedert und leicht behaart.

Wenn Sie die Pflanzen berühren, breitet sich ein würziger Duft aus. Sind die Tomaten groß genug, wachsen ab Mai in den Achseln der Blätter kleine, gelbe Blüten. Diese können sich selbst bestäuben. Anschließend wächst aus den Blüten jeweils eine kleine grüne Frucht, die im Lauf der Zeit größer wird und sich – je nach Sorte – schließlich rot, gelb oder dunkel färben. Tomaten werden nach ihrem Wuchs und der Form ihrer Früchte in unterschiedliche Sorten eingeteilt:

  • Cocktail- oder Kirschtomaten mit kleinen, birnen- oder kirschenförmigen Früchten
  • Balkon- oder Buschtomaten, diese bleiben recht niedrig und wachsen buschförmig
  • Stabtomaten werden bis zu zwei Meter hoch und bilden einen langen Haupttrieb
  • Fleischtomaten entwickeln sehr große Früchte

Aussaat und Aufzucht

Tomaten im freien pflanzen.
Tomaten im freien pflanzen.

Die Samen der Tomaten werden von Ende März bis Anfang April dünn in Saatschalen gesät. Sie keimen bei einer Temperatur zwischen 18 und 20 Grad Celsius auf der Fensterbank bereits nach acht bis zehn Tagen. Haben sich die ersten beiden Blattpaare an den kleinen Pflänzchen entwickelt, werden sie einzeln in kleine Töpfe pikiert.

Setzen Sie die Pflanzen ruhig ein wenig tiefer, so bilden sie mehr Wurzeln aus. Die jungen Tomatenpflanzen brauchen ausreichend Feuchtigkeit zum Wachsen. Wenn Sie die Pflanzen selbst aus Samen ziehen, haben Sie eine größere Auswahl an unterschiedlichen Sorten.

Selbstverständlich erhalten Sie junge Tomatenpflanzen auch in Gärtnereien, bei Versandgärtnereien oder in Bau- und Gartenmärkten. Es gibt Sorten, die sich für den Anbau im Freiland besser eignen, es gibt Sorten fürs Gewächshaus und es gibt Sorten, die Sie auch in Töpfen auf der Terrasse oder dem Balkon ziehen können.

Anbau im Beet

Für den Anbau im Freien sollten Sie bis nach den Eisheiligen warten, schließlich vertragen Tomaten keinen Frost. Wohnen Sie in einer Gegend mit eher mildem Klima, können Sie die Pflanzen auch bereits Ende April ins Beet setzen. Droht Nachtfrost, decken Sie die empfindlichen Gewächse mit einer Folienhaube ab.

Wenn Sie die Haube gleich am nächsten Morgen wieder abnehmen, können die Tomaten wachsen und die Gefahr einer Infektion durch Pilze ist gebannt. Die kleinen Tomatensetzlinge werden so tief gepflanzt, dass die gut fünf Zentimeter tiefer stehen als im Topf. Damit bildet die Pflanze mehr Wurzeln und kann Nährstoffe und Wasser besser aufnehmen.

Anbau im Gewächshaus

Wenn Sie für Ihre Tomaten ein eigenes Gewächshaus haben, sind Sie unabhängig von der Witterung und Sie haben auch in einem kühlen Sommer eine gute Ernte. Schon im März, spätestens aber im April sollten Sie den Boden im Gewächshaus vorbereiten.

Übrigens lieben es die Tomaten, wenn vor ihnen bereits andere Tomaten in der Erde waren. Der Boden selbst sollte locker und nährstoffreich sein. Halbverrotteter Kompost bildet ebenso eine gute Grundlage, wie zusätzliche Gaben von Gesteins- oder Algenmehl, Hornspänen und Kalimagnesia.

Bevor Sie die jungen Pflanzen ebenso wie im Freien gut fünf Zentimeter tiefer in den Boden pflanzen, sollten Sie im Gewächshaus ausreichend mit Schachtelhalmbrühe gießen. Damit beugen Sie der Gefahr von Pilzinfektionen vor.

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Weitere Anbaumöglichkeiten

Wenn Sie keinen Garten haben, können Sie trotzdem eigene Tomaten ernten. Pflanzen Sie Ihre Tomaten einfach in große Töpfe und kultivieren Sie diese auf dem Balkon oder der Terrasse. Am besten gelingt der Anbau auf dem Balkon, wenn Sie die dafür gezüchteten Minisorten wählen.

Doch auch große Busch- und Stabtomaten wachsen in Töpfen, vorausgesetzt, sie bekommen genügend Nährstoffe und werden gestützt. Achten Sie darauf, dass Sie nur kräftige Jungpflanzen verwenden. Dann dauert es nicht lange, bis Sie die ersten Tomaten vom Balkon oder der Terrasse ernten können.

Gibt es Indoor-Möglichkeiten?

Grundsätzlich können Sie Tomaten auch in der Wohnung selbst anbauen. Zeigen Fenster nach Süden, reicht die Fensterbank. Ist ein beheizbarer Wintergarten vorhanden, lässt sich auch dieser zum Tomatenanbau nutzen. Innen können Sie Tomaten sogar im Winter ziehen und ernten. Voraussetzung ist, dass diese über genügend Platz im Topf, Wasser und Nährstoffe verfügen.

Wollen Sie auch im Winter frische Tomaten ernte, müssen Sie den Pflanzen ausreichend Licht verschaffen. Pflanzenlampen mit Licht im roten und blauen Spektralbereich, einer natürlichen Farbwidergabe und einer ausreichend starken Beleuchtung machen es möglich. Mit einer Zeitschaltuhr spielen Sie den Tomaten einen Rhythmus von Tag und Nacht vor. Indoor müssen Sie allerdings selbst für die Bestäubung der Blüten sorgen, schließlich weht weder ein Wind noch fliegen Insekten.

Wie muss der Boden beschaffen sein?

Tomaten brauchen einen lockeren, warmen und durchlässigen lehmigen Boden. Ein pH-Wert von 6 macht ihnen das Leben leicht. Damit die Pflanzen gut wachsen und später reichlich Früchte tragen, brauchen sie neben genügend Feuchtigkeit vor allem ausreichend Nährstoffe. 

Tomaten sind sogenannte Starkzehrer, brauchen daher eine ganze Menge an unterschiedlichen Nährstoffen. Zwischen Stickstoff, Magnesium und Kalzium sollte ein ausgewogenes Gleichgewicht herrschen. Halbgarer Kompost, Pferdemist oder spezieller Tomatendünger versorgt die Pflanzen mit allem, was sie brauchen.

Erntezeit

Wann Sie konkret Ihre ersten Tomaten ernten können, hängt von der Sorte und der Witterung ab. Im Gewächshaus reifen die Tomaten in der Regel etwas schneller als im Freien. Diese Faktoren beeinflussen ebenfalls die Erntezeit:

  • warmer und sonniger Standort
  • regelmäßiges Gießen
  • gute Versorgung mit Nährstoffen
  • luftiges Wachstum
  • Rankhilfen
  • Triebe in den Blattachseln ausgeizen
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Achten Sie vor allem im Freien darauf, dass Ihre Tomaten vor Regen und Feuchtigkeit geschützt wachsen können. Ist es kühl und regnerisch, dauert es ein paar Tage länger, bis Sie ernten können. Daran erkennen Sie reife Früchte.

  • Die Tomaten haben keine grünen Stellen, sondern sind vollständig gefärbt.
  • Die Früchte lassen sich direkt am Stängel abpflücken und die sogenannte Sollbruchstelle bricht leicht.
  • Die Tomaten geben auf leichten Druck etwas nach.

Wie kann man anschließend die Ernte verwenden, die Tomaten verwerten oder haltbar lagern?

Werden so viele Tomaten gleichzeitig reif, dass Sie diese nicht sofort essen können, lassen sich die Früchte auch lagern. Das geht am besten auf einer weichen Unterlage in einer Schale. Die Tomaten lieben es dunkel und etwa 15 Grad Celsius warm. Also auf keinen Fall im Kühlschrank. Lassen Sie den Stiel der Tomaten einfach an den Früchten und entfernen Sie ihn erst, wenn Sie diese verwenden. So lässt sich die Tomate länger lagern.

Welche Sorte eignet sich für Deutschland am besten?

Es gibt viele Sorten, die so gezüchtet sind, dass Sie mit dem hiesigen Klima wunderbar zurechtkommen. Letztendlich dürfen Sie Ihren persönlichen Geschmack entscheiden lassen. Die kleineren Sorten haben dabei definitiv ein intensiveres Aroma als die großen Früchte.

Wenn Sie die Samen selbst auf der Fensterbank keimen lassen, haben Sie eine größere Sortenauswahl. Besonders die alten, ursprünglichen Tomatensorten verführen mit ihrem intensiven Geschmack und einem besonders festen Fruchtfleisch. Probieren Sie einfach ein wenig aus, seien Sie neugierig und wählen Sie durchaus auch ältere Sorten.

Diese Gefäße und Zubehör sind gut geeignet

Damit sich die Tomaten auch auf dem Balkon gut entfalten können, brauchen sie große Töpfe oder Kübel. Diese sollten mindestens zehn bis zwanzig Liter Inhalt fassen. Sollen in einem Kübel zwei Pflanzen wachsen, ist ein Volumen zwischen 30 und 40 Litern sinnvoll. Dann haben die Pflanzen genügend Platz für die Wurzeln.

Bis auf die niedrig wachsenden Buschtomaten brauchen Sie für Ihre Tomatenpflanzen auf jeden Fall eine Rankhilfe. Spiralförmige Stäbe aus Aluminium sind leicht zu reinigen und besonders praktisch. Stecken Sie gleich beim Einpflanzen zu jeder Pflanze einen Spiralstab und achten Sie darauf, dass sich der Haupttrieb in die Windungen legt.

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Bekannte Schädlinge und ihre Bekämpfung

Robuste Sorten und ein gut vorbereiteter Boden ist eine Voraussetzung, damit sich Krankheiten nicht so leicht ausbreiten können. Die von Pilzsporen verursachte Kraut- und Braunfäule gehört zu den gefährlichsten Krankheiten bei Tomaten.

Haben sich die Pflanzen einmal damit infiziert, lässt sich die Erkrankung kaum aufhalten. Sie sehen die typischen braunen Flecken sowohl auf dem Laub, als auch auf den Früchten. Sobald Sie die ersten braunen Stellen entdecken, sollten Sie die Blätter sofort entfernen und diese auf keinen Fall in den Kompost geben.

Als wirkungsvolle Vorbeugung dient eine Überdachung, die den Regen von den Tomaten fernhält. Rollen sich die Blätter ein, leiden die Pflanzen entweder an Wassermangel oder sind überdüngt. Werden die Blätter gleichzeitig an den Blattadern heller, ist ein Virus die Ursache. Wird die Tomate am Ende braun, kann Kalziummangel die Ursache sein. Hier hilft regelmäßiges und gleichmäßiges Gießen.