Petersilie Anbau, Pflege und Ernte

Beitragsbild zu Petersilie Anbau, Pflege und Ernte.

Frisch auf den Tisch – grüne Petersilie für Fensterbank, Garten und Balkon

Die aromatische Petersilie passt zu fast allem. Sie wächst im Topf und im Beet. Sie ist anspruchslos, hat aber doch ein paar wichtige Eigenarten. Wir wissen, wie die erfolgreiche Anzucht gelingt und haben die besten Tipps für die richtige Sorte und ihre Ernte zusammengestellt.

Suppen, Salate oder Smoothie – mit unserem Ratgeber ernten sie frische Petersilienkräuter bis in den November.

  • frische Dekoration
  • aromatisch und gesund
  • gedeiht im Topf und im Beet

Inhaltsverzeichnis

Fakten rund um die Petersilie


Die Petersilie, lateinisch Petroselinum crispum, ist ein zweijähriger Doldenblütler. Unterschieden werden die glatte (Petroselinum crispum var. neapolitanum), die krause (Petroselinum crispum) Petersilie und die weniger bekannte Wurzelpetersilie (Petroselinum crispum var. tuberosum). Die glatte Petersilie verleiht ein feineres Aroma und ist im Geschmack etwas kräftiger als die krause Variante.

Schon die Römer schätzten das Gewürzkraut, erwähnten bereits ihre krausblättrige Form. Feinschmecker bevorzugen hingegen die glatte Sorte, auch italienische Petersilie genannt. Die kleingehackten Blätter der glatten Petersilienvariante sind feiner und zarter.

Petersilie auf dem Teller – weit mehr als Deko


Das frische Grün der Petersilie ziert viele Speisen. Doch ist das Gemüsekraut auch noch lecker und gesund. Die Petersilie passt zur Kartoffel, zu deftigen Fleischgerichten und in deutschen Landen ist sie Pflichtbestandteil von Suppen und Eintöpfen. Gepresst schmeckt sie auch in Smoothies.

In der freien Natur trifft man auf die Petersilien an felsigen Standorten oder im Ödland des Mittelmeerraumes. Ihre gefiederten Blätter wachsen an stabilen Stängeln, die sich zu Dolden ausbilden.

Das Kraut zeigt eine Vielzahl weißer oder grüngelblicher sternförmiger Blüten. Wird die Pflanze bestäubt, reifen eiförmige Samenfrüchte heran, die ihren Fortbestand sichern – denn nach der Samenreife stirbt die Ursprungspflanze. Die Samen lassen sich für die Aussaat verwenden.

Petersilie und ihre Sorten – welche ist die richtige?

Beim Auspflanzen im Garten wird meist zur einjährigen krausen Petersilie gegriffen, denn in ihrem zweiten Standjahr entwickelt die Pflanze ein etwas härteres und derberes Laub. Sie ist recht wetterfest und wird meist als einjähriges Saatgut ausgesät.

Eine geringere Präsenz in deutschen Gärten hat die zweijährige krause Petersilie. Bei ihr beginnt erst im zweiten Jahr die Ernte, denn zunächst ist das Wurzelwerk noch zu schwach, um ausreichend Stängel und Blätter auszubilden.

Das erste Jahr nutzt die Pflanze für das rein vegetative Wachstum. Sie sammelt Kraft und Energie, um im zweiten Jahr Blüten zu bilden.

Zwar kommt meist die krause Petersilie in Topf oder Garten, ausgemachte Gourmets bevorzugen allerdings das weichere Laub der glatten Petersilie. Nichts spricht gegen den Anbau der glatten Petersilienvariante. Ihr Aroma ist feiner, der Geschmack kräftiger und dazu ist sie auch noch wetterfester als der krause Bruder.

Bild von glatter Petersilie
Bild von glatter Petersilie

Wurzelpetersilie – die schmeckt auch roh


Die Wurzelpetersilie* ist hingegen ein Wurzelgemüse, das erst seit dem 16. Jahrhundert angebaut wird. Ihr essbarer Teil liegt unter der Erde. Aber auch ihre glatten Blätter sind genießbar, unterliegen geschmacklich allerdings ihrer Verwandtschaft.

Die Wurzelpetersilie erinnert an Pastinaken oder Steckrüben. Sie schmeckt wie eine Mischung aus Petersilie und Sellerie. Die Wurzel-Petersilie kann als Gemüse verzehrt werden und ist immer eine Option für Suppen, Eintöpfe und Gemüsegerichte.

Bild von Wurzelpetersilie
Bild von Wurzelpetersilie

Alle Petersilienvarianten bilden kräftige Wurzeln aus, die an eine Mohrrübe erinnern. Ständig treiben neue steife Sprosse mit den mehrfach gefiederten Blättern aus der Erde hervor.

Die Blätter der Petersilie sind die eigentlichen Geschmacksträger. Auch der harte Stängel kann klein geschnitten den Gerichten hinzufügt werden.

Licht und Schatten – die richtige Dosis


Pralle Sonne verträgt die Petersilie nicht. Ein helles und windgeschütztes Plätzchen im leichten Halbschatten des Gartens ist genau richtig.

Steht die Petersilie im Topf, bleibt sie während der Anzucht an einem schattigeren Ort. Sobald sie zu keimen beginnt, wird die Lichtzufuhr erhöht. Vermieden werden sollte nicht nur die pralle Sonne, sondern auch Hitze über 22 Grad Celsius.

Pflege der Petersilie


Die ansonsten anspruchslose Pflanze wird beim Gießen fast zur Diva auf der Fensterbank: Staunässe verträgt sie nicht. Trockenheit allerdings auch nicht. Bei zuviel Wasser reagiert die Pflanze schnell – sie kann gelb werden und gedeiht nicht mehr so gut.

Die Daumenprobe stellt klar, ob gegossen werden muss: Fühlt sich die Erde noch feucht an, sollte das Gießen aufgeschoben werden. Gewässert wird bevorzugt in den Morgenstunden, um Blattverbrennungen zu vermeiden.

Prima Klima


Die Petersilie ist genügsam und hat wenig Ansprüche an Licht, Wasser und Dünger – doch muss alles stimmen, damit die Pflanze optimal gedeiht und eine reiche Ernte bevorsteht.

Gut für die Petersilie

  • lichter Halbschatten
  • Nährstoff- und humusreicher Boden
  • lockeres Substrat, leicht feucht halten

Das schadet der Petersilie

  • Trockenheit
  • Staunässe
  • große Hitze
  • pralle Sonne
  • saure Böden
  • zu geringer Abstand

Welcher Boden eignet sich?


Die Petersilie steht ohne Probleme auf allen normalen Gartenböden. Weniger erfolgreich sind karge Sandböden. Doch jeder nahrhafte, gut wasserdurchlässige Boden, der nicht ins saure Milieu tendiert, ist willkommen. Noch besser gedeiht die Petersilie wenn sich die Erdoberfläche an der Pflanzstelle schnell erwärmt.

Bei leicht sandiger Erde wird vor dem Einpflanzen die Nährstoff- und Wasserspeicherfähigkeit des Bodens durch Humus oder Kompost verbessert.

Die Petersilie düngen


Gedüngt werden sollte äußerst sparsam. Bei frischer vorgedüngter Erde ist ein Nachdüngen nicht erforderlich. Muss gedüngt werden, genügen Kompostgaben im Frühjahr. Alternativ sind Bio- oder Kräuterdünger* empfehlenswert, um die Mikroorganismen in der Erde zu begünstigen.

Überwintern


Einige Sorten sind einjährig, doch die meisten Petersilienvarianten sind zweijährig – die Ernte beginnt also erst im zweiten Jahr nach der Aussaat.

Damit muss die Pflanze über den Winter gebracht werden. Glücklicherweise ist sie sehr frosthart und zeigt dem Winter die kalte Schulter.

In sehr kalten Regionen empfiehlt sich ein Winterschutz. Zunächst wird der abgestorbene Petersilien-Spross zurückgeschnitten, dann abgedeckt – beispielsweise mit Tannenreisig oder eine Vliesabdeckung*.

Petersilien als Jungpflanzen oder Saatgut?


Beim Pflanzen der Petersilie können Saatgut (Tütchen)* oder Jungpflanzen verwendet werden. Gepflanzt wird ab dem Frühjahr an sonniger oder halbschattiger Stelle.

Weniger aufwendig und günstiger als das Einpflanzen der Jungpflanzen ist die Aussaat von Petersiliensamen im Garten – oder auch im Topf.

Nach etwa 3 bis 6 Wochen keimen die Samen – zeitgleich mit dem Beginn der wärmeren Jahreszeit. Werden die Samen in der Nacht vor der Aussaat in lauwarmen Wasser eingeweicht, verkürzt sich die Keimzeit.

Anzucht im Topf


Jungpflanzen sind eine sichere Möglichkeit für eine Petersilien-Kultur auf der Fensterbank. Die lange und unsichere Keimzeit entfällt und die Jungpflanzen können ganzjährig eingetopft werden. Der Topf sollte groß genug sein, damit die Wurzeln nicht herauswachsen – ansonsten muss umgetopft werden.

Aussaat im Topf und im Garten


Eine Aussaat des Petersilien-Samens ist nicht nur im Freiland, sondern auch im Topf möglich. Von Februar bis August wird ausgesät, womit eine Petersilienernte bis in den November hinein möglich ist.

Der Topf steht zunächst noch im Schatten. Sobald aber die Petersilien Saat keimt und sich erste grüne Pünktchen in der Erde zeigen, zieht der Topf an einen helleren Ort um.

Während der gesamten Anzuchtphase bleibt nur die Erdoberfläche ausreichend feucht. Dringt allzuviel Wasser in die tieferen Schichten des Topfes, kann es kaum verdunsten und begünstigt die Vermehrung ungünstiger Keime und Schimmel.

Schritt für Schritt – die Aussaat in Topf und Beet


Das Saatgut wird nach dem Auspflanzen in Topf oder Garten feucht gehalten – bis zur Keimung. Im Garten empfiehlt sich eine Aussaat in Reihen. Wird im Monatsrhythmus ausgesät, steht so fast das ganze Jahr frische Petersilie zur Verfügung.

1. Samen vorbereiten
Die Petersilie tut sich ein wenig schwer mit dem Keimen. Sie braucht bis zu 30 Tage, bei einer optimalen Temperatur von 12 bis 16 Grad Celsius. Das nächtliche warme Wasserbad (Vorquellen) vor der Aussaat unterstützt den Petersiliensamen bei der Keimung.

2. Aussaattiefe
Die Petersilie ist ein Dunkelkeimer und wird etwa 1,5 bis 3 Zentimeter tief ausgesät. Die Aussaat der Samen erfolgt direkt ins Beet oder im Topf.

3. Abstand halten
Abstand zwischen den Pflanzen. Die Petersilie kann in Gruppen, in Reihen oder als Einfassung ausgesät werden. Meist steht sie in Reihen. Zwischen diesen sollten ein Abstand von 20 bis 30 Zentimetern eingehalten werden. Innerhalb der Reihe können die Pflanzen jedoch auf die Hälfte (etwa 10 cm) zusammenrücken.

Vorher und Nachher – der richtige Standort für die Petersilie


Die Petersilie ist hochgradig selbst-unverträglich. Wird sie ausgesät, sollte an der Stelle keine Petersilie gestanden haben.

Auch andere Doldenblütler kommen nur schwer zurecht, wenn der unmittelbare Vorgänger eine Petersilienpflanze war. So etwa der Fenchel (Foeniculum vulgare), die Möhre (Daucus carota) und Pastinaken (Pastinaca sativa).

Die vertragen sich gut


Die Petersilie möchte nicht mit jedem zusammenstehen. Und mit sich selbst auch nur im Mindestabstand von 20 Zentimetern zur Nachbarpflanze. Gut verträglich sind jedoch

  • Kartoffeln (Solanum tuberosum)
  • Tomaten (Solanum lycopersicum)
  • Gurken (Cucumis sativus),
  • Zwiebeln (Allium cepa)
  • Rettich, Knoblauch und Kohlgewächse
  • Tagetes (Studentenblume) hält Schädlinge fern.

Vorfrüchte – bereiten den Boden


Als unmittelbare Vorgänger können Hülsenfrüchte (Leguminosen) den Boden für die Petersilie vorbereiten, wie beispielsweise:

  • Erbsen (Pisum sativum)
  • Bohne (Phaseolus vulgaris).

Was kommt danach – die Folgekultur


Nach zwei Jahren muss die Petersilie neu ausgepflanzt werden – an anderer Stelle. Der frei gewordene Platz im Garten eignet sich gut für:

  • Rettich (Raphanus sativus)
  • Grünkohl (Brassica oleracea var. sabellica)
  • Knoblauch (Allium sativum)
  • Radieschen (Raphanus sativus var. sativus)
  • Lauch (Allium ampeloprasum).

Vermehrung der Petersilie


Petersilien-Aussaat ist online und im Fachhandel in Tütchen erhältlich. Im zweiten Jahr bildet die Pflanze nach der Blüte die Früchte aus – und auch daraus lassen sich neue Samen gewinnen. Was bei der Petersilie nicht funktioniert ist eine Vermehrung durch Stecklinge oder Teilung.

Erntezeit – so wird geerntet


Bereits im ersten Jahr werden vor der Blüte schon vereinzelt die Blätter gezupft. Sobald die Blüte eintritt, sollte nicht mehr geerntet werden, denn mit der Blüte verliert die Pflanze einen Großteil ihrer Aromastoffe.

Abgeschnitten werden die Stiele möglichst weit unten mit einem scharfen Messer* oder einer Schere. Damit bleibt das Wachstumszentrum erhalten und die Pflanze kann neue Dolden ausbilden.

Petersilie lagern


Frisch geerntet schmeckt auch die Petersilie am besten. Eine lange Lagerung übersteht sie kaum, denn sie verliert schnell und viel von ihrem Aroma. Damit die Petersilien-Dolden doch ein paar Tage haltbar bleiben, können die Blattstiele

  • in ein Glas Wasser gestellt
  • in ein feuchtes Baumwolltuch geschlagen und im Kühlschrank* aufbewahrt werden.

Aber auch das Einfrieren ist möglich. Vor dem Verzehr sollte sie nicht aufgetaut, sondern im gefrorenen Zustand zu den Speisen gegeben werden. Die Petersilie wird grundsätzlich nicht mitgekocht, sondern kurz vor dem Servieren hinzugegeben.

Kochen ohne Petersilie – fast schon ein „No go“


Die vielleicht größten Mengen an Petersilie werden in der Frankfurter grünen Soße und im leckeren libanesischen Tabouleh, einem Salat aus Tomate, Minze und Petersilie, verarbeitet. Kräuterbutter, Dressings, Suppen, Kartoffel, zum Gurkensalat oder einfach nur als appetitliche Dekoration – in der guten Küche darf die Petersilie nicht fehlen. Wird sie zum Saft gepresst, kann sie Salatsaucen und andere Speisen verfeinern.

Wie gesund ist die Petersilie?


Sie schmeckt, keine Frage. Doch wie sieht es mit ihren Nährstoffen aus? Die Petersilie zeichnet sich durch einen hohen Eisen- und Vitamingehalt aus. Die Vitamine A, C und E sowie das Flavonoid Pigenin sind enthalten. Pigenin soll allergische Reaktionen unterdrücken können.

Die Pflanze wirkt harntreibend, entgiftend, entzündungshemmend und sie gilt als verdauungsfördernd. Die Naturmedizin empfiehlt die Petersilie sehr vielfältig, so etwa bei Entzündungen, Appetitlosigkeit und bei Verdauungsstörungen. Beliebt ist das Kauen von Petersilienblättchen gegen Mundgeruch.

Wenn Vorsicht geboten ist


Nicht verwendet werden sollte die Petersilie bei Nierenleiden, in der Schwangerschaft und bei Herzrhythmusstörungen. Insbesondere die Samen und Öle der Pflanze können zu Nieren- und Leberschädigungen führen.

Eine Überdosierung der Petersilie sollte vermieden werden, denn sie ist seit der Antike eine Empfehlung für den Schwangerschaftsabbruch. Wird während der Blüte oder danach geerntet, enthält das Kraut vermehrt das ätherische Öl Apiol. Dies kann bei übermäßigem Konsum zu Muskelkontraktionen in der Gebärmutter und den Verdauungsorganen führen.

Kleine Nagetiere oder trächtige Meerschweinchen sollten am besten keine Petersilie bekommen, damit eine Frühgeburt vermieden wird. Ansonsten ist das grüne Gewürzkraut auch für die Meerschweinchen ein gesunder Leckerbissen.

Schädlinge der Petersilie


Wird die Petersilie in einer Mischkultur mit der orange-gelben Tagetes (Studentenblume) gepflanzt, kann diese mit ihrem Aroma Schädlinge fernhalten.

Bekannte Schädlinge der Petersilie sind

  • Möhrenfliegenlarven. Die Fliegenlarven befallen die Wurzeln der Pflanze.
  • Minierfliegen. Sie beschädigen die dekorativen Blätter des Krauts.
  • Blattläuse. Sie sind die Ursachen für Blattflecken und Viruserkrankungen.