Naturgarten gestalten, Ratgeber

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Unser Ratgeber zum Thema Naturgarten gestalten.

Ein Naturgarten kann nicht nur wunderschön gestaltet sein, er ist auch ein Beitrag zum Umwelt und Naturschutz. Er bietet eine Bereicherung für Mensch und Natur. Hier finden Sie Anregungen und Tipps zur Pflanzenauswahl und Gestaltung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Naturgarten?

Ein Naturgarten oder auch Ökogarten ist ein überwiegend ökologisch angelegter Garten. Heimische Wildtiere und Wildpflanzen werden hier ganz besonders gefördert.

Das Gesamtbild des Naturgartens orientiert sich am Vorbild der Natur und gleicht einem natürlich gewachsenen Lebensraum sowohl für Pflanzen, als auch für Tiere und Insekten.

Der größte Unterschied zur Natur selbst ist, dass ein solcher Ökogarten ebenfalls wie ein gewöhnlicher Garten von Menschenhand geplant und angelegt wird.

Auch die Gartenpflege fällt bei einem Naturgarten nicht gänzlich weg, je nachdem wieviel Freiraum man der Natur in diesem Bereich zugestehen möchte.

Bei der Bepflanzung werden überwiegend einheimische Pflanzenarten verwendet, die langlebig sind und so wenig Pflege wie möglich benötigen.

Häufig werden solche Gartenräume geschaffen um einen Beitrag zum allgemeinen Naturschutz zu leisten, wo der Mensch selbst wenig bis überhaupt nicht eingreift und der Natur ihren Lauf lässt.

Positive Eigenschaften eines Naturgartens

Ein Naturgarten hat gleich mehrere positive Eigenschaften für Mensch und Natur. Es gibt viele öffentliche Naturgärten die man besuchen kann, sie dienen uns Menschen überwiegend als Erholungsräume und sind oftmals Teil eines Erholungs- oder Kurzentrums.

Der Natur beim machen zuschauen, hatte und hat für uns Menschen schon immer einen erholsamen Einfluss und behält bis heute seine Faszination.

Ein Naturgarten ist somit auch pädagogisch höchst wertvoll, um Kindern, jugendlichen und Erwachsenen die Natur näherzubringen.

Gerade für Kinder ist das Beobachten, Lernen und Entdecken ein ganz besonderer Mehrwert.

Auch für den privaten Gartenbereich lohnt sich das anlegen eines Ökogartens, so bringt man sich selbst wieder der Natur ein Stückchen näher, leistet einen positiven Beitrag zum allgemeinen Umweltschutz und entdeckt hin und wieder etwas ganz neues.

Grundlagen

Grundlegend besteht ein Naturgarten aus folgenden Elementen:

  • Heimische und robuste Pflanzen
  • Trockengebiete
  • Feuchtgebiete
  • Sonnigen Plätzen
  • Schattigen Plätzen
  • Kiesflächen
  • Naturteiche
  • Holzkonstruktionen
  • Natursteinmauern (Trockenmauer ohne Mörtel oder Bindemittel)
  • Größeren und kleineren Natursteinen
  • Gehölzen und Totholz

Nicht immer hat man die Möglichkeit alle Bereiche eines Ökogartens umzusetzen. Daher kann es auch durchaus sinnvoll sein, sich bei der Gestaltung auf einen Bereich, wie zum Beispiel nur ein Feuchtgebiet oder Trockengebiet im Stil eines Naturgartens zu konzentrieren.

Bild von einem angelegten Naturteich
Angelegter kleiner Naturteich

Die für einen Naturgarten bereitgestellte Fläche hingegen ist nicht besonders entscheidend. Hier kommt es dann eher darauf an, wieviel Platz die verwendeten Pflanzen benötigen oder wieviel Raum man der Natur letztendlich zugesteht.

Pflanzenauswahl

Die Auswahl der Pflanzen für einen Ökogarten ist abhängig davon in welchem Land und in welcher Klimazone man sich befindet.

So macht es Beispielsweise keinen Sinn hier in Deutschland einen Naturgarten mit exotischen Pflanzen, Palmen und Kakteen anzulegen, wenn diese im Winter erfrieren.

Und auch die heimische Tierwelt kann nur profitieren, wenn heimische und robuste Pflanzen verwendet werden.

Die 10 am häufigsten in Deutschland verwendeten Pflanzen sind:

  • Wildstauden
  • Wiesen-Storchschnabel
  • Spornblume
  • Königskerze
  • Waldsteinie
  • Eisenhut
  • Salomonssiegel 
  • Schwarzer Holunder
  • Eberesche
  • Hartriegel

Dies ist nur eine kleine Auflistung der am häufigsten verwendeten Pflanzen zur Gestaltung eines Naturgartens. Grundsätzlich sollte man stets darauf achten Pflanzen zu vermeiden, die eine Intensive Pflege benötigen. Denn intensive Pflege macht nicht nur Arbeit, sondern widerspricht auch der Idee des Naturgartens.

Bild vom sehr giftigen Eisenhut

Wichtig zu wissen ist auch, dass sich so mancher Hobbygärtner Pflanzenarten in den Garten holt, ohne zu wissen, wie giftig diese sein können. Der oben erwähnte Eisenhut zum Beispiel, ist auch sehr giftig für Menschen.

Besonders wenn man Kinder hat, sollte man sich deshalb ausführlich informieren, welche Pflanzenarten unbedenklich sind, damit es später keine bösen Überraschungen gibt.

Ein Ökogarten ist im ständigen Wandel

Immer wieder aufs neue wandelt sich das Bild des Naturgartens. Pflanzen die in einem Jahr dominieren und viel Raum eingenommen haben, sind im Folgejahr eventuell weniger vertreten oder sogar gänzlich verschwunden.

Andere Arten erblühen jedes Jahr zuverlässig über einen langen Zeitraum, jedoch nie an derselben Stelle.

Ständig kann man sowohl an der Pflanzenvielfalt, als auch bei der Tier- und Insektenwelt einen Wandel miterleben.

Gerade im ständigen Wandel eines Naturgartens liegt für viele Menschen der ganz besondere Reiz.

Wie gestalte ich meinen Naturgarten?

Wenn Sie also vorhaben sich einen Naturgarten bzw. Ökogarten anzulegen, dann können Ihnen diese Gartentipps dabei behilflich sein.

Zunächst sollten Sie sich Gedanken machen ob Sie alle Bereiche eines Naturgartens wie Beispielsweise Trockengebiet, Feuchtgebiet und Kiesflächen umsetzen können. Oder Sie konzentrieren sich, wie bereits beschrieben auf einen dieser Bereiche.

Wie viel Raum oder Platz möchten Sie der Natur überlassen? Schaffen Sie Übergänge zum Beispiel durch Trockenmauern, Wildbüschen oder Sträuchern. Oder Sie grenzen die Bereiche klar vom Rest des Gartens ab.

Legen Sie eventuell Wege mit Natursteinplatten* ohne Mörtel oder Bindemittel an. Oder vielleicht nutzen Sie eher Pfade aus feinem Kies, Hackschnitzel und Sand.

Verwenden Sie zur Gestaltung Ihres Naturgartens heimische Pflanzenarten wie Büsche, Sträucher, Gräser, Blumen oder sogar Bäumen.

Schaffen Sie Lebensräume für Tiere und Insekten durch Totholz, einen Naturteich oder Pflanzen wie die Eberesche die Vögel anlockt.

Das sollten Sie beim Naturgarten gestalten vermeiden

Verwenden Sie zur Gestaltung eines Naturgartens keine exotischen Pflanzen. Der Sinn von einem Naturgarten besteht schließlich darin, die heimischen Pflanzen, Insekten und Tiere zu fördern.

Verzichten Sie gänzlich auf Düngemittel, was Sie allerdings tun können ist, den Boden vorher an gewisse Pflanzenarten anzupassen.

Machen Sie sich anschließend nicht zu viel Arbeit mit Ihrem Naturgarten und greifen Sie nur ein, wenn Sie es für unbedingt notwendig halten.

Verwenden Sie beim anlegen und Gestalten keine Giftigen Baustoffe oder Materialien. Naturgesteine und unbehandeltes Holz sind absolut empfehlenswert.

Naturgarten Dekoration

Viele Gartenprofis streiten sich darüber ob man Dekoration im Ökogarten verwenden darf. Der Garten wäre dann ja kein reiner Naturgarten mehr, so die Aussagen strenger Gärtner, Botaniker und Gartenkundigen.

Aber warum eigentlich nicht? Denn die Grundidee heimische Pflanzenarten, Insekten und Tiere zu fördern sollte durch Dekoration wohl kaum einen nennenswerten Schaden nehmen, wenn überhaupt.

Selbstverständlich ist bei der Dekoration ebenfalls darauf zu achten, Dekorationswaren zu verwenden, die keine giftigen Stoffe in die Umwelt abgeben.

Bewährt hat sich Dekoration aus unbehandeltem Holz und Naturstein. Aber auch ein Insektenhotel* aus natürlichen Materialien, kann ein ganz besonderer Blickfang im Naturgarten sein.

Es ist und bleibt Ihr Garten, deshalb sollten auch Betonfiguren, Dekoration aus Bambus oder Eisen (Rost-Dekoration)* kein Problem darstellen. Wichtig ist und bleibt, was Sie aus Ihrem Naturgarten machen.