Mischkultur, das sollten Sie beachten

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Tipps und Tricks für eine erfolgreiche Mischkultur

Mischkultur funktioniert auch im Hochbeet.
Mischkultur funktioniert auch im Hochbeet.

Das Thema Mischkultur ist für jeden interessant, der im Frühling ein Gemüsebeet anlegt. Und zwar nicht nur für Einsteiger, die zum ersten Mal ein eigenes Beet gestalten – sondern auch für erfahrene Hobbygärtner, die sich fragen, wie sie ihren Ertrag steigern können.

Inhaltsverzeichnis

Was versteht man unter einer „Mischkultur“?

Das Prinzip einer Mischkultur ist ganz einfach: Es werden verschiedene Gemüsesorten in einer sinnvollen Kombination im Beet gepflanzt, damit sich diese gegenseitig positiv beeinflussen. Eine Mischkultur ist also das Gegenteil einer Monokultur, bei der auf einer großen Fläche nur eine einzige Gemüsesorte angebaut wird.

Von guten und schlechten Nachbarn

Im Pflanzenreich ist es im Grunde ähnlich wie bei uns Menschen: Es gibt gute Nachbarn und schlechte Nachbarn. Manche Menschen können sich einfach nicht „riechen“, und von denen hält man sich am besten fern. Die Stoffwechselprodukte* einer Pflanze beeinflussen die Pflanzen, die sich direkt neben ihr befinden, positiv oder negativ.

Es gibt Duftstoffe und andere Ausscheidungen, die das Wachstum fördern – und auf der anderen Seite gibt es Faktoren, die das gesunde Wachstum einer Pflanze beeinträchtigen. Erbsen und Bohnen werden niemals beste Freunde sein. Darüber hinaus ziehen manche Pflanzen durch ihre Blüten Insekten an, die gegen Schädlinge (z. B. Blattläuse) hilfreich sind.

Warum sollte man sich – und seinen Pflanzen – also das Leben unnötig schwer machen? Schließlich gehen auch wir Menschen unliebsamen Nachbarn lieber aus dem Weg, damit es uns besser geht. Gönnen wir also auch unseren Pflanzen ein wenig Harmonie im Gemüsebeet (denn wegrennen können sie – einmal ausgesät – naturgemäß schlecht).

Vorteile einer Mischkultur

Es gibt viele Aspekte, die für eine Mischkultur im Gemüsebeet sprechen:

  • es ist eine einfache Methode, um den Ertrag zu steigern
  • in einem Beet mit Mischkultur treten tendenziell weniger Schädlinge auf
  • der Boden wird besser beschattet und durchwurzelt
  • viele Pflanzenkrankheiten werden durch eine Mischkultur vermieden
  • bei Mischkulturen ist ein geringerer (oder gar kein) Einsatz von Pflanzenschutzmitteln notwendig
  • die Kombination verschiedener Gemüsesorten und Blumen sieht oft sehr viel schöner aus als ein „steriles“ Beet.

Dem Nutzen einer Mischkultur stehen keine offensichtlichen Nachteile entgegen. Manch einer muss sich an den Anblick verschiedener Sorten in enger Nachbarschaft erst einmal gewöhnen. Doch wenn sich der Erfolg in Form einer reichen Ernte einstellt, lässt sich auch ein „Beet-purist“ gerne vom „Modell Mischkultur“ überzeugen.

Mehr Ertrag durch Mischkultur.
Mehr Ertrag durch Mischkultur.

Für Einsteiger: Die besten Gemüsesorten für eine erfolgreiche Mischkultur

Das Anlegen einer Mischkultur ist keine komplizierte Wissenschaft, sondern beruht auf Erfahrungswerten. Am besten fangen Sie klein an: Karotten und Zwiebeln sind ein Klassiker der Mischkultur und dürfen in keinem bodenständigen Garten fehlen. In der Kombination im Beet sind Karotten und Zwiebeln perfekt: Die stark riechenden Zwiebeln verwirren die Schädlinge der Karotte (die Möhrenfliege).

Ein anderes Beispiel: Bohnen und Bohnenkraut passen nicht nur im Topf und auf dem Teller perfekt zusammen, sondern auch im Beet. Und auch wenn man Erdbeeren normalerweise nicht gemeinsam mit Knoblauch verzehren würde, sind sie auf dem Acker die besten Freunde. Der Grund: Schnecken mögen keinen Knoblauch und bleiben also auch den Erdbeeren fern.

Falls Sie sich irgendwann an den Anbau der manchmal etwas anspruchsvollen Kohlgewächse trauen, sollten Sie sich jetzt schon merken: Erdflöhe mögen Kohl, aber keinen Salat oder Spinat. Wenn Sie Erdflöhe vermeiden möchten, säen Sie also Spinat oder Salat zwischen die Kohlgewächse.

Eine gute Mischkultur bedeutet eine gute Planung

Selbst Gartenprofis, die selbst jahrelang Erfahrungen mit Mischkulturen gesammelt haben, stellen sich jedes Jahr aufs Neue die Frage: Wie kann ich den Ertrag noch mehr steigern? Eine gute Planung ist für eine erfolgreiche Mischkultur besonders wichtig. Im Folgenden finden Sie eine Übersicht mit den wichtigsten „guten Nachbarn“ und „schlechten Nachbarn“ im Gemüsebeet.

Gute Nachbarn:

MöhrenZwiebeln
BohnenBohnenkraut
BohnenZucchini
BohnenGurken
BohnenLauch
KnoblauchErdbeeren
ZwiebelnGurken
ZwiebelnPetersilie
TomatenTagetes
KartoffelnTagetes
KürbisTagetes

Schlechte Nachbarn:

BohnenErbsen
BohnenZwiebeln
TomatenGurken
TomatenMais
KartoffelnTomaten
KartoffelnZwiebeln
KartoffelnKohl
RadieschenBlumenkohl
ZwiebelnKnoblauch
ZwiebelnLauch

Sie sehen also: Bei einer sinnvollen Mischkultur finden sich auch Blumen und Kräuter im Gemüsebeet. Manche Pflanzen (z. B. Tagetes) ziehen Insekten an, deren Larven Blattläuse und andere Schädlinge vertilgen. Auch auf anderes Gemüse (Kohl, Tomaten und Erdbeeren) hat die Studentenblume (und zum Beispiel auch die Ringelblume) eine positive Auswirkung, weil sie die Bestäubung sichert. Und das Beste: Auch in einem kleinen Beet kann der Platz optimal genutzt werden und sieht darüber hinaus auch noch gut aus.

Auf der anderen Seite bedeutet eine sinnvolle Mischkultur eben auch, bestimmte Pflanzen auf keinen Fall zu mischen. Kartoffeln und Tomaten sollten möglichst weit voneinander entfernt gepflanzt werden, weil sie miteinander verwandt sind und deshalb für die gleichen Krankheiten anfällig sind. In einem sehr kleinen Gemüsebeet bleibt einem also nichts anderes übrig, als den Anbau bestimmter Sorten auf verschiedene Jahre zu verteilen.

Mischkultur und Fruchtwechsel: Was ist hier zu beachten?

Pflanzt man jedes Jahr dieselben Pflanzen am selben Platz, werden dem Boden Nährstoffe entzogen. Nicht nur eine Mischkultur ist also im Sinne gesunder Pflanzen notwendig, sondern auch eine Planung der Fruchtfolge. Wenn man sein Gemüsebeet gedanklich in vier Quadranten unterteilt, dann sind im ersten Feld die Starkzehrer zu finden (z. B. Blumenkohl, Radieschen, Brokkoli und Kohlrabi). Im zweiten Feld steht das Wurzelgemüse (z. B. Karotten, Lauch und Zwiebeln). Im dritten Segment bevorzugt das Gemüse mit einem ausgewogenen Nährstoffangebot. Hier fühlen sich Kartoffeln und Fruchtgemüse (wie z. B. Tomaten) wohl.

Im vierten Teil befinden sich Leguminosen (Bohnen, Erbsen) sowie Kräuter und Schnittblumen.
Die Pflanzen dieser Felder werden im jährlichen Wechsel immer auf dem folgenden Segment gepflanzt, sodass die jeweiligen Pflanzen nur alle vier Jahre im selben Bereich wachsen. Diese Strategie nennt man Fruchtwechsel.
Sowohl das Anlegen einer Mischkultur als auch ein Fruchtwechsel sind sehr sinnvolle Techniken, die auf Erfahrung beruhen und für gesunde Pflanzen sorgen. Die Kombination dieser beiden Techniken hat sich tausendfach bewährt. Doch auch wenn man nur eines verwendet – Mischkultur oder Fruchtwechsel – kann man sich über Erfolge freuen.

Was man bei einer Mischkultur vermeiden sollte

Es gibt wenig, was man bei einer Mischkultur falsch machen kann. Man sollte natürlich die üblichen Regeln im Gartenanbau beherzigen. Zum Beispiel unterschätzen viele Gärtnerinnen und Gärtner den Platzbedarf des ausgewachsenen Gemüses. Zugegeben: Man kann sich manchmal nicht vorstellen, was aus einer zierlichen Zucchinipflanze noch werden kann. Doch die Erfahrung zeigt, dass man die Abstände im Beet nicht zu kleinlich kalkulieren sollte. Erfahrung ist allgemein beim Thema Mischkultur wichtig.

Der wichtigste Tipp für eine erfolgreiche Mischkultur ist wahrscheinlich, der Erfahrung von anderen Gärtnerinnen und Gärtnern ernst zu nehmen. Es ist in diesem Fall besser nicht zu experimentieren, sondern der Erfahrungen vieler Generationen zu vertrauen. Sie möchten beweisen, dass bei Ihnen im Gemüsebeet Bohnen neben Erbsen gedeihen, auch wenn davon abgeraten wird? Sie möchten jedes Jahr aufs Neue Brokkoli auf demselben Plätzchen Erde pflanzen, weil sie es gewohnt sind? Dann müssen Sie sich nicht wundern, wenn Sie am Ende zum Supermarkt pilgern, wenn Ihnen der Sinn nach einer Gemüsesuppe steht.

Man sollte den Erfolg (oder Misserfolg) durch die Anwendung einer Mischkultur aber auch nicht überschätzen. Natürlich spielen beim Gärtnern auch Faktoren eine Rolle, auf die Sie keinen oder wenig Einfluss haben. Eine reiche Zwetschgenernte hängt zum Beispiel davon ab, ob es während der Blütezeit frostig war. Ein Gemüsebeet, das nicht bewässert wird, ist von regelmäßigen Regenschauern abhängig. Eine Anbaufläche an der Nordseite des Hauses wird niemals wohlschmeckende Tomaten hervorbringen. Eine schlechte Bodenqualität wird nur mit einer gezielten Düngung (z. B. einer Gründüngung) Pflanzerfolge zeigen.

Doch wer sich über unbelastetes und gesundes Gemüse freuen will, der sollte eine Mischkultur im Gemüsebeet zumindest ein oder zwei Jahre lang ausprobieren. Denn letzten Endes ist eine Mischkultur die einfachste und gesündeste Art des Pflanzenschutzes.

Fazit

Sie sehen also: Eine gute Ernte ist kein Zufall. Auf eine gesunde Mischung kommt es an, damit Sie sich über die Früchte (bzw. das Gemüse) Ihrer Arbeit freuen können. Unser Tipp: Nehmen Sie einfach ein Blatt Papier und machen Sie eine Skizze von Ihrem Gemüsebeet.

Am Ende des Sommers oder zu Beginn des Winters wissen Sie, was gut geklappt hat und was nicht. Und wenn Sie die Skizze digital erstellen, können Sie diese einfach anpassen und haben schnell einen Plan für das nächste Frühjahr zur Hand.

Eine Mischkultur anzulegen ist immer sinnvoll. Das Gute dabei ist: Sie müssen nicht alles selbst herausfinden. Das haben Generationen von Menschen schon vor Ihnen getan. Und am Ende des Jahres sind Sie hoffentlich nicht nur mit einer reichen Ernte gesegnet, sondern auch mit vielen neuen Erfahrungen.