Kidneybohnen Anbau, Pflege und Ernte

Beitragsbild Kidneybohnen Anbau, Pflege und Ernte

Kidneybohnen: Wie der Anbau sicher gelingt!

Bild von Kidneybohnen-Pflanzen im Beet.
Bild von Kidneybohnen-Pflanzen im Beet.


Kidneybohnen sind Hülsenfrüchte der besonderen Art. Sie sehen nicht nur hübsch aus, sondern stecken auch voller Nährstoffe. Aber lassen sie sich auch im eigenen Garten ziehen? Wie anspruchsvoll sind sie und welche Bohnensorten gibt es überhaupt? In diesem Ratgeber erfahren Sie es!

Inhaltsverzeichnis

Was sind Kidneybohnen?

Wer sie einmal gegessen hat, vergisst sie nie: Das liegt zum einen an der tiefroten Farbe, die auch beim Kochen nie verschwindet. Zum anderen liegt es an der auffälligen Nierenform, die den Bohnen ihren Namen gab. Englisch heißt Niere = kidney.

Diese äußert nahrhaften Hülsenfrüchte lassen sich im Gewächshaus* ebenso gut ziehen wie im Freien. Geschmacklich sind die Bohnen eher süßlich und mehlig. Sie nehmen aber beim Kochen zum Teil den Geschmack des Gerichts an, dem sie beigefügt wurden. Verzehren Sie Kidneybohnen nie roh, denn dann sind sie giftig. Ein kurzes Garen genügt aber schon, sie besser verdaulich zu machen.

Ursprünglich aus Peru stammend, verbreiteten sie sich rasch über die ganze Welt. Weil die mexikanische Küche sie häufig einsetzt, etwa im beliebten Chili con Carne, nennen wir sie auch Mexikanische Bohne. Dabei schätzen viele Menschen ausschließlich die Dosenbohnen*. 

Kidneybohnen lassen sich jedoch ganz einfach selber ziehen. Man kann sie zum Anbau im Supermarkt kaufen, jedoch lässt hier oft das Ergebnis zu wünschen übrig. Wesentlich sicherer ist es, die Kidneybohnen im Fachhandel zu kaufen. Dabei gibt es verschiedene Sorten.

Welche Bohnensorten gibt es und welche davon sind besonders beliebt?

Besonders beliebt ist die Sorte ‚Canadian Wonder‘. Beliebt deshalb, weil sie ausgesprochen ertragreich ist. Zudem ist sie sehr robust, wächst rasch und schmeckt ganz anders als die Dosenbohnen. Sie lässt sich sowohl als grüne Brechbohne ernten als auch im reifen Stadium, dann als sogenannte Trocken- oder Auskernbohne. Ihre Wuchshöhe ist mittelhoch, sie gehört zum Typ Red Kidney. Ihre Hülsen sind grün und ungefähr 14 cm lang, sie reift nach ungefähr 110 Tagen.

Eine weitere häufige Sorte ist ‚Dark Red Kidney‘. Sie wächst mit 60 – 70 cm etwas höher und ihre Hülsen sind gelb. Diese Schoten sollten gut getrocknet sein, bevor sie geerntet werden.

Weitere Bohnensorten der Kidneybohnen:

  • California Dark Red Kidney
  • Montcalm
  • Charlevoix
  • Mecosta

Dies sind nur Beispiele für die große Vielfalt der Bohnensorten. Es gibt natürlich noch viel mehr, doch kaum eine davon ist in Deutschland erhältlich. Das hat verschiedene Gründe, zum Beispiel gilt Charlevoix als sehr anfällig für Bakterien und Viren. Übrigens sind nicht alle Bohnensorten rot, sie können auch anders gefärbt sein, beispielsweise violett. Es gibt sogar gesprenkelte Bohnensorten! Sehr hübsch ist auch die Flageolet-Bohne, welche aus Frankreich stammt und manchmal ‚grüne Kidney‘ genannt wird.

Welche Sorte Kidneybohnen eignet sich für Deutschland?

Gut geeignet sind aufgrund ihrer Robustheit die normalen ‚Red Kidneys, es gibt sie getrocknet in jedem Supermarkt. Hier wird meist kein spezieller Sortenname angegeben. Auch ‚Canadian Wonder‘ eignet sich für den Anbau in Deutschland sehr gut.

Wie muss der Boden beschaffen sein?

Kidneybohnen haben nur wenig Ansprüche: Der Boden sollte locker sein, nicht zu schwer. Ein bisschen sandig mit hohem Humusanteil bringt gute Ergebnisse. Der Ph-Wert sollte neutral sein.

Was ist bei Aussaat und Aufzucht der Bohnen zu beachten?

Kidneybohnen vertragen keinen Frost. Wählen Sie daher zur Aussaat im Freien die Zeit direkt nach den Eisheiligen. Faustregel: Je kälter das Frühjahr ist, desto länger sollten Sie sich Zeit lassen. Die Temperatur sollte nicht mehr unter 10 Grad Celsius fallen. Wer sehr ungeduldig ist, kann ab Ende April die Bohnen im Haus vorziehen und erst später nach draußen bringen.

Eine Aussaat ist also zwischen Mai und Mitte Juli möglich. Abhängig ist das auch davon, wohin Sie die Kidneybohnen säen möchten. Gut geeignet sind sie als Folgekultur anderer Saaten, beispielsweise nach Frühkartoffeln. Aber nicht jeder Standort eignet sich: Windgeschützt und mit viel Sonne ist am besten. Durchschnittlich sollten die Kidneybohnen ungefähr sechs Sonnenstunden täglich bekommen.

Als geeignete Anzuchterde hat sich Humusziegel Kokosfaser* bewährt.

Kidneybohnen: Anbau im Beet

Im Beet stehen Kidneybohnen am besten einzeln oder zwischen anderen Pflanzen. Werden sie allein ausgesät, bieten sich Reihen an, zwischen denen 50 cm Platz bleiben sollte. Stecken Sie die Samen direkt in die Erde, mit einer Tiefe bis zu 4 cm. Die Bohnen wachsen gut bei Abständen von bis zu 10 cm. Sollte das später zu eng werden, können Sie weniger gut wachsende Jungpflanzen entfernen.

Erste Keime zeigen sich nach knapp zwei Wochen. Sollte auch Unkraut wachsen, jäten Sie besser von Hand: Deren Wurzeln sind sehr empfindlich und vertragen es nicht, verletzt zu werden. Nach drei Wochen sollten Sie etwas anhäufeln, um die Jungpflanzen beim Wuchs zu stützen. Als Buschbohnen werden sie zwar meist nicht besonders hoch. Dennoch hat sich diese Vorgehensweise bewährt, denn die Pflanzen wachsen dann nicht nur besser, sie werden auch kräftiger. Gießen Sie aber nicht mehr als nötig – Staunässe verträgt die Pflanze nicht!

Anbau von Kidneybohnen im Gewächshaus

Nutzen Sie genügend große Töpfe*: 30 cm Durchmesser sind das Minimum. Ziehen Sie pro Topf nur eine Pflanze. Weil die Kidneybohnen nie zu nass stehen sollten, achten Sie vor allem auf die Zusammensetzung der Erde. Schütten Sie etwas Kies für eine Drainage hinein, dann erst geben Sie Erde hinzu und anschließend die Samen. Gießen Sie nur, wenn die Erde mehr als 2 cm durchgetrocknet ist.

Dünger mit viel Stickstoff schaden mehr, als sie helfen: Zwar sieht es dann schön aus, weil viele Blätter treiben. Am Ende gibt es aber weniger Kidneybohnen, Stickstoffdünger schmälert also den Ertrag.

Kidneybohnen: Erntezeit

Bild von geernteten Kidneybohnen.
Bild von geernteten Kidneybohnen.

Sortenabhängig erfolgt die Ernte nach ungefähr hundert Tagen. Dies kann aber erheblich schwanken und hängt auch davon ab, wann die Bohnen wirklich trocken sind. Generell ist eine Ernte von Ende August (Canadian Wonder) bis Oktober möglich.

So erkennen Sie, ob Kidneybohnen schon reif sind: Die Körner sollten trocken und hart in der Schote liegen. Ein Test zeigt Ihnen, wann es so weit ist: vorsichtig hineinbeißen. Wenn eine Kerbe entsteht, sind sie noch nicht trocken genug.

Doch nicht immer klappt es so gut, weil das Wetter ja auch wichtig ist. Zur Not lassen sich die Kidneybohnen ausziehen und anschließend im Haus trocknen.

So gehen Sie vor: Ziehen Sie die Pflanzen vorsichtig aus dem Beet. Lassen Sie sie im Haus trocknen, hängen Sie dazu die Pflanzen kopfüber auf, achten Sie auf Wärme und gute Belüftung. Dies sollten Sie aber erst dann in Erwägung ziehen, wenn die Mehrzahl der Blätter bereits abgestorben ist.

Kidneybohnen nach der Ernte haltbar machen und lagern

Lagerfähig sind Kidneybohnen nur im getrockneten Zustand. Deshalb sollten sie direkt nach der Ernte gleich verbraucht werden. Wahlweise lassen sie sich gut einfrieren, dann halten sie länger. Vorher müssen Sie die Ernte aber noch schälen. Dabei hat sich ein alter Kissenbezug bewährt: Legen Sie die Schoten portionsweise hinein und treten Sie vorsichtig darauf herum. Dabei öffnen sich die Schoten, woraufhin die Bohnen herausfallen.

Lagern Sie die Kidneybohnen trocken und dunkel, am besten in einem Glas oder einer luftdichten Tüte. So beträgt ihre Haltbarkeit maximal ein Jahr. Einfrieren lassen sie sich auch, was aber ein wenig Vorbereitung erfordert.

Kidneybohnen einfrieren – Anleitung

  • Hülsenfrüchte nachts einweichen, dann kochen.
  • Abspülen und abkühlen lassen.
  • Vorbereiten zum Einfrieren: Mehrere Bleche mit Küchenkrepp auslegen. Die Bohnen darauf verteilen, weiteres Küchenpapier obenauf. Sie sollten möglichst trocken sein.
  • Kidneybohnen in ausreichend große Gefrierbeutel* füllen. Luft hinausdrücken, verschließen.
  • Flach ins Gefrierfach legen und anfrieren.
  • Nach maximal zwei Stunden noch einmal entnehmen und kräftig schütteln, damit sie nicht zusammenkleben.
  • Zu Ende einfrieren.

Haltbarkeit in dieser Form: bis zu 6 Monate. Werden die Bohnen vorher nur eingeweicht, aber noch nicht gekocht, verringert sich die Haltbarkeit, sie beträgt dann nur bis zu 4 Monate.

Bekannte Kidneybohnen Schädlinge und ihre Bekämpfung

Kidneybohnen ziehen Schnecken, Käfer und Blattläuse an. Bei leichtem Befall erfolgt deren Bekämpfung am besten durch Absammeln. Besonders Blattläuse können aber ziemlich hartnäckig sein, zudem können sie das Mosaikvirus übertragen. Wollen Sie dies unbedingt verhindern, nutzen Sie ein Pestizid.

Brauner Belag kann Bohnenrost sein, das ist ein Pilz. Zur Bekämpfung brauchen Sie ein Fungizid. Dies hilft ebenfalls gegen Mehltau, den Sie an den weißen Blättern erkennen. Gießen Sie in dem Fall weniger, Mehltau kommt oft von zu viel Feuchtigkeit. Gegen hungrige Tiere wie Hasen oder Eichhörnchen schützen Sie sich mit Netzen oder einem Zaun.

Kidneybohnen anbauen: weitere Tipps

  • Kidneybohnen nicht jedes Jahr an derselben Stelle anbauen – rotieren!
  • Indianerbeet Mischanbau mit Mais. Der dient den einzeln ausgesäten Bohnen gleichzeitig als Stütze.
  • Nehmen Sie eine Keimprobe, wenn Sie vor der Aussaat Sicherheit über den Ertrag Ihrer gekauften Sorte erlangen möchten.
  • Je höher Ihre Sorte wächst, desto besser sollte sie gestützt werden. Nutzen Sie dazu eine Rankhilfe*.
  • Achten Sie beim Kauf am besten auf ein Bio-Siegel.

Kidneybohnen selber anbauen: Zubehör

  • Samen
  • Spaten
  • Gießkanne
  • Dünger nach Bedarf, zudem Kompost, wenn der Boden angereichert werden muss.
  • Für Kälteeinbrüche ein Vlies, um die jungen Pflanzen zu schützen
  • Netze gegen Fraß von Tieren

Optional:

  • Pflanztopf min. 30 cm
  • Kies
  • Erde mit neutralem Ph-Wert

Fazit Kidneybohnen selber anbauen

Die tiefroten Bohnen sind aus gutem Grund beliebt. Sie sind nicht nur nahrhaft, sondern lassen sich auch leicht im eigenen Garten anbauen. Gängige Bohnensorten können Sie getrocknet in jedem Supermarkt erstehen. Die Pflanze liebt es warm und sonnig. Nutzen Sie das Frühjahr zum Säen, vermeiden Sie Staunässe und ernten Sie nicht zu früh, dann können Sie schon bald ihre eigenen Kidneybohnen ernten!