Hortensienpflege Ratgeber

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Hortensienpflege – Tipps für eine perfekte Blütenpracht

Sie gehören mit ihren weißen, blauen und rosafarbenen Blütenbällen zu den beliebtesten Pflanzen heimischer Gärten: Hortensien. Um die Blütenpracht lange zu erhalten, sind gewisse Pflegemaßnahmen notwendig. Wir haben die wichtigsten Tipps zur Hortensienpflege für Sie zusammengefasst. Im folgenden Ratgeber erfahren Sie, wie Sie Hortensien pflanzen, pflegen und gut über den Winter bringen.

Inhaltsverzeichnis

Bild von der wunderschönen Hortensien Blütenpracht
Bild von der wunderschönen Hortensien Blütenpracht

Hortensien pflanzen – Standort und Boden

Die optimale Hortensienpflege beginnt beim Einpflanzen. Wer sich an gesunden und üppig blühenden Hortensien erfreuen will, muss den Pflanzen entsprechende Lebensbedingungen bieten.

Die meisten Züchtungen mögen windgeschützte und halbschattige Standorte. Eichenblättrige Hortensien und Rispenhortensien vertragen auch pralles Sonnenlicht. Bauern-, Schneeball- und Kletterhortensien tolerieren tief schattige Plätze.

Zur Hortensienpflege gehört weiterhin, den Pflanzen einen optimalen Boden zur Verfügung zu stellen. Hortensien bevorzugen eine lockere, humose und nährstoffreiche Erde, die leicht sauer ist. Sie kommen mit einem niedrigen Kalkgehalt zurecht, zu hoch darf dieser allerdings nicht sein. Ein pH-Wert zwischen fünf und sechs ist empfehlenswert. Ob der Boden sauer oder alkalisch ist, können Sie mit entsprechenden Teststäbchen oder PH-Messgeräten* aus dem Fachhandel analysieren.

Falls der Boden die genannten Anforderungen nicht erfüllt, können Sie das Substrat beispielsweise mit Kompost anreichern. Hortensienerde, Rhododendron- und Azaleenerde sind ebenfalls geeignet. Übrigens: Auf diese Weise lässt sich auch die Farbe der Hortensien beeinflussen – je saurer der Boden, umso blauer blüht die Pflanze. Blaue Hortensien benötigen einen pH-Wert unter fünf, um eine intensive Blaufärbung auszubilden.

Hortensien im Beet pflanzen

Hortensien werden idealerweise im Frühling gepflanzt. Wichtig ist, die Eisheiligen abzuwarten, damit die Pflanze optimale Bedingungen zum Anwurzeln erhält. Auch der Sommer und der frühe Herbst sind zum Pflanzen möglich.

Falls Sie die Hortensien im Sommer setzen, müssen Sie der Pflanze viel Aufmerksamkeit schenken und auf eine ausreichende Bewässerung achten. Im Herbst gilt es, die Gewächse vor der ersten Fröste zu pflanzen.

Sobald der passende Standort gefunden ist, können Sie sich dem Einpflanzen widmen.

Tauchen Sie den Wurzelballen für circa zehn Minuten in einen Eimer mit Wasser, damit sich die Erde vollsaugen kann. In der Zwischenzeit bereiten Sie das Pflanzloch vor. Wichtig ist, dass dieses doppelt so groß wie der Blumentopf ist, aus dem Sie die Pflanze entnommen haben. Sie erleichtern der Hortensie somit das Anwachsen und vermeiden, dass die Wurzeln gedrückt werden.

Um Staunässe zu vermeiden, müssen Sie Ränder und Boden des Pflanzlochs ausreichend lockern. Anschließend setzen Sie die Pflanze ein. Orientieren Sie sich bezüglich Tiefe an der Topfhöhe. Eine zu tiefe Einpflanzung kann zu Fäulnis führen, da die Wurzeln nicht genügend mit Sauerstoff versorgt werden.

Füllen Sie die Lücke mit Erde auf und drücken Sie das Substrat fest an. Zum Abschluss wird die Hortensie ausgiebig gegossen. Achten Sie – vor allem in den ersten Tagen nach der Pflanzung – auf eine regelmäßige Wasserversorgung. Eine Gartenbrause kann lästiges Gießkannenschleppen ersparen.

Hinweis: Falls Sie mehrere Hortensien einsetzen, halten Sie einen ausreichenden Pflanzabstand ein – einige Arten wachsen kräftig in die Breite. Der Abstand sollte zur jeweiligen Sorte passen. Generell ist eine Distanz von circa 80 Zentimetern zu empfehlen.

Hortensien im Topf pflanzen

Sie können Hortensien problemlos im Topf auf dem Balkon bzw. der Terrasse kultivieren. Achten Sie darauf, dass die Gefäße über Abflusslöcher verfügen, damit überschüssiges Gießwasser abfließen kann. Verwenden Sie Hortensienerde, Rhododendronerde* oder Azaleenerde. Planen Sie genügend Platz für das Wurzelwerk ein und stellen Sie die Hortensie an einen windgeschützten und halbschattigen Standort.

Hortensien sind auch im Topf oder Kübel wunderschön
Hortensien sind auch im Topf oder Kübel wunderschön

Hortensienpflege

Damit Hortensien ihre Besitzer mit einer ansehnlichen Blütenpracht belohnen, gibt es hinsichtlich der Hortensienpflege einiges zu beachten. In den folgenden Absätzen erfahren Sie alles über Düngen, Schneiden und Überwintern.

Ausreichend gießen – das A und O der Hortensienpflege

Hortensien sind für ihren unstillbaren Durst bekannt – ihr botanischer Name „Hydrangea“ bedeutet nicht umsonst „Wassertrinkerin“. Die Erde muss stets feucht gehalten werden und darf weder zu nass noch zu trocken sein.

Gießen Sie die Pflanzen ausschließlich im Wurzelbereich. Nasse Blüten und Blätter sind anfällig für Pilzkrankheiten. Wichtiger Tipp bei der Hortensienpflege: Zum Gießen sind Regenwasser und enthärtetes Trinkwasser ideal, da sie eine hübsche Blütenbildung fördern. Regenwasser können Sie bequem in einer Regentonne* auffangen.

Die Pflanze verdunstet über ihre Blätter große Mengen an Wasser. Im Zuge der Hortensienpflege werden die Pflanzen bei anhaltender Hitze morgens und abends gegossen. Lassen Hortensien an heißen Tagen mittags die Blätter hängen, ist dies ein Indiz, dass die Pflanze mehr Wasser benötigt.

Hortensien düngen – Hortensiendünger

Hortensien sind starkzehrende Pflanzen und benötigen ausreichend Nährstoffe, was bei der Hortensienpflege berücksichtigt werden muss.

Zum Düngen empfiehlt sich spezieller Hortensiendünger. Er enthält ausreichend Stickstoff und weist einen niedrigen Phosphorwert auf. Universaldünger sind nicht geeignet.

Fall Sie sich für einen Dünger in Pulver- oder Granulatform entscheiden, reicht eine Düngung pro Jahr aus. Granulatdünger gibt die Nährstoffe über einen längeren Zeitraum an das Substrat ab. Diese Methode ist vor allem für Hortensien zu empfehlen, die im Garten gepflanzt werden. Die Düngung sollte im Frühling – zwischen März und Mai – erfolgen. Eine spätere Düngung würde dazu führen, dass die Pflanze Frostschäden erleidet und die Blüte im Folgejahr ausbleibt.

Hortensiendünger in Flüssigform gibt man zum Gießwasser. Er wird gern für Hortensien verwendet, die im Kübel wachsen. Die Düngergaben müssen regelmäßig erfolgen. Da Kübelpflanzen ohnehin häufig Wasser benötigen, ist dies jedoch kein Nachteil. Versorgen Sie die Kübel-Hortensien – von März bis Anfang August – regelmäßig mit flüssigem Hortensiendünger. Sobald die volle Blüte erreicht ist, wird das Düngen eingestellt. Die Pflanze benötigt ab diesem Zeitpunkt weniger Nährstoffe.

Hinweis: Blaue Hortensien benötigen Hortensiendünger mit Blaumacher (Aluminiumverbindung). Alternativ zu Hortensiendünger können Sie Produkte für Azaleen oder Rhododendren verwenden.

Hortensiendünger – natürliche Düngemittel

Wie eingangs erwähnt, bevorzugen Hortensien einen sauren Boden. Neben den vorgestellten Düngemaßnahmen können Sie das saure Bodenmilieu auch auf natürliche Weise aufrecht erhalten. Hierzu eignen sich:

  • Kompost aus Eichenlaub oder Nadeln
  • Hornspäne bzw. Hornmehl
  • Humus
  • Kaffeesatz

Es hat sich bewährt, den Boden der Hortensien mit einer Mischung aus Eichenlaub, Nadelkompost und Hornmehl zu mulchen. Ein Gemisch aus gehäckseltem Eichenlaub, feuchtem Kaffeesatz, Nadeln sowie Hornmehl ist ebenfalls ideal.

Alternativ können Sie Rinderdung* als Pellets oder gekörnt verwenden – der biologische Dung ist sauer und senkt den pH-Wert des Bodens. Die Pellets fungieren als Langzeitdünger und werden im Frühjahr oder Herbst ringförmig in den Boden eingearbeitet.

Hortensien schneiden

Ein weiterer Schritt der Hortensienpflege ist, die Blütenpracht zwischendurch zurückzuschneiden. Vorsicht: Nicht alle Hortensien vertragen den gleichen Schnitt. Man unterteilt die Pflanzengattung in zwei Schnittgruppen. Zur ersten Gruppe gehören:

  • Bauernhortensie
  • Tellerhortensie
  • Samthortensie
  • Eichenblatthortensie

Diese Hortensien vertragen leichte Rückschnitte. Entfernen Sie erfrorene Triebspitzen und alte Blütenstände. Die Hortensien bilden im Herbst die Knospen für das Folgejahr aus – Radikalschnitte sind nicht zu empfehlen. Kappen Sie die Pflanze dicht oberhalb der ersten Knospe und schonen Sie neue Blütenanlagen. Der beste Zeitpunkt für den Schnitt ist das Frühjahr.

Schneeball- und Rispenhortensien entwickeln neue Knospen erst im darauffolgenden Jahr. Sie gehören zur zweiten Schnittgruppe und vertragen stärkere Rückschnitte. Der richtige Zeitpunkt ist der Herbst bzw. das zeitige Frühjahr. Achten Sie beim Rückschnitt darauf, dass stets ein Augenpaar am Trieb zurückbleibt.

Die Hortensie „Endless Summer“ ist mit der Bauernhortensie verwandt, kann aber im Frühjahr kräftig zurückgeschnitten werden. Sie verträgt Radikalschnitte ebenso wie die bloße Entfernung verwelkter Dolden. Wird die Pflanze über den Sommer hinweg gekappt, fördert dies eine neue Blütenbildung.

Hortensienpflege im Winter

Die Hortensienpflege im Winter ist von der Art und vom Alter der Pflanze abhängig. Die meisten Hortensien sind winterhart. Junge Pflanzen sind jedoch anfällig für Frost und müssen geschützt werden. Auch Bauerhortensien sind frostanfällig.

Frisch gepflanzte Hortensien können Sie mit einem Gartenvlies* abdecken und so vor Kälte schützen. Generell lässt sich sagen, dass Frost und lang anhaltende Minustemperaturen den Pflanzen durchaus zu schaffen machen können. Wer sichergehen will, sollte den Wurzelbereich der Hortensien mit einer Schicht Reisig oder Mulch schützen.

Werden Hortensien im Kübel kultiviert, siedeln Sie diesen in ein Winterquartier in der Wohnung um. Sollte das nicht möglich sein, können Sie die Pflanzgefäße mit Kokosmatten* vor dem Durchfrieren schützen und die Krone in Vlies einhüllen, um der Pflanze den Überwinterungsprozess zu erleichtern.

Krankheiten und Schädlinge

Die regelmäßige Überprüfung auf Krankheiten und Schädlinge sollte ebenfalls bei der Hortensienpflege berücksichtigt werden.

Entwickelt die Hortensie braune Blätter, kann dies ein Indiz dafür sein, dass es der Pflanze an Nährstoffen fehlt. Mit einem Hortensiendünger lassen sich die ästhetischen Fehler meist beheben. Manchmal stecken jedoch Krankheiten oder Schädlinge hinter der Verfärbung.

Blattläuse, Spinnmilben und Thripse sind typische Schädlinge. Schadbilder wie Gespinste zwischen den Trieben, Blattverfärbungen, Fraßspuren und Wachstumsstörungen weisen auf einen Befall hin. Stark befallene Pflanzen sollten Sie mit nützlingsschonenden Pflanzenschutzmitteln* behandeln. Stärken Sie die Hortensie mit einem stickstoffreichen Hortensiendünger, um Blätter und Triebe zu kräftigen. Zudem ist wichtig, dass der Boden nicht austrocknet, da dies optimale Bedingungen für Spinnmilben bietet.

In feuchter Umgebung können Hortensien von Pilzbefall betroffen sein. Durch den Befall entsteht die sogenannte Blattfleckenkrankheit, die sich durch dunkle Verfärbungen bemerkbar macht. Diese können in der Wachstumsphase sogar aufbrechen. In solchen Fällen müssen Sie die betroffenen Pflanzteile entfernen. Um einem Pilzbefall vorzubeugen, sollten Sie das Blattwerk möglichst trocken halten.

Fazit – mit der richtigen Hortensienpflege zum perfekten Blütentraum

Hortensien sind recht pflegeleicht und erfreuen ihre Besitzer mit prachtvollen Blüten. Die wichtigste Maßnahme der Hortensienpflege ist, die Pflanze ausreichend zu gießen. Halten Sie das Bodenmilieu mit einem entsprechenden Hortensiendünger sauer und stickstoffreich. Entfernen Sie verwelkte Blüten im Frühjahr und überprüfen Sie die Pflanze regelmäßig auf Schädlinge – so steht einer langen Blütenpracht nichts im Weg.