Erdbeeren Anbau, Pflege und Ernte

Beitragsbild Erdbeeren Anbau, Pflege und Ernte

Erdbeeren – Vom Anbau über die Pflege und Ernte bis zum Genuss

Erdbeeren rangieren in Deutschland in den Top 5 der beliebtesten Fruchtsorten. Statistisch gesehen isst jeder Bundesbürger im Schnitt knapp 3,5 Kilogramm pro Jahr. Diese Beliebtheit ist zum einen auf den süßlichen Geschmack zurückzuführen, zum anderen aber auch darauf, dass Erdbeeren kalorienarm sind und die Gesundheit unterstützen.

Hinzu kommt: Erdbeeren lassen sich leicht anbauen. Im Folgenden geben wir Ihnen einen umfassenden Überblick und zeigen auf, wie Sie Erdbeeren selber anpflanzen können.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Erdbeeren?


Zunächst einmal: Es handelt sich bei der Erdbeere mitnichten um eine Beere. Stattdessen ist sie eine Vertreterin der Sammelnussfrüchte. Das Rote der Erdbeere ist eine sogenannte Scheinfrucht, die als Fruchtboden fungiert und die die tatsächlichen Früchte an der Oberfläche trägt.

Die Früchte sind also diese gelb-grünlichen nussartigen Körner, mit denen jede Erdbeere gespickt ist. Erdbeeren gehören zur Familie der Rosengewächse und befinden sich damit in der gleichen Familie wie zum Beispiel auch Äpfel.

Woher stammen Erdbeeren?


Erdbeeren werden heute in vielen Ländern angebaut; ursprünglich kommen sie jedoch aus Amerika, Asien und Europa.
Archäologen haben herausgefunden, dass schon der Steinzeitmensch Erdbeeren verzehrte.

Und auch die Römer wussten die Vorzüge dieser Frucht zu schätzen. Im großen Stil angebaut wurden Erdbeeren zuerst im Mittelalter. Es handelte sich dabei um Walderdbeeren und sie waren nur knapp ein Centstück groß.

Durch Kreuzungen verschiedener Wildformen entstand Mitte des 18. Jahrhunderts die Gartenerdbeere, die wir auch heutzutage kennen. Knapp ein Jahrhundert später wurde die Frucht dann auch in Deutschland gepflanzt.

Wie werden Erdbeeren in Deutschland angebaut?


In Deutschland werden deutlich mehr Erdbeeren unter freiem Himmel als in Gewächshäusern* aufgezogen, allerdings geht der Trend immer mehr zum geschützten Anbau, auch zum Beispiel in Form von Folientunneln*.

Vorteile von Gewächshäusern sind der bessere Schutz der Pflanzen vor Wetterextremen, ein geringerer Einsatz von Pestiziden, ein höherer Ertrag sowie eine bessere Qualität.

Erdbeeren Anbau im Folientunnel
Erdbeeren Anbau im Folientunnel

Auch ist es beim Ernten für die Helfer angenehmer, wenn sich die Beete nicht auf dem Boden, sondern erhöht befinden. Nachteilhaft hingegen anzusehen ist, dass die Fläche von Gewächshäusern und Folientunneln sowohl Flora als auch Fauna nicht mehr zur Verfügung steht.

Welche Erdbeersorten gibt es?


Es gibt insgesamt über 1.000 verschiedene Sorten. In Deutschland werden circa 100 davon angebaut, wobei die Gartenerdbeere die mit Abstand meistverwendete Sorte darstellt.

Von ihr gibt es auch die meisten Unterarten. Eine der beliebtesten davon ist die „Mieze Schindler*“, die zwar eher klein, aber dafür sehr herzhaft und süß ist und der Walderdbeere vom Geschmack her am nächsten kommt.

Wenn Sie selber Erdbeeren anbauen möchten, dann eignen sich vor allem bei der Balkonbepflanzung sogenannte immertragende Sorten, die bis zum Oktober mit Früchten bestückt sind. Beispiele hierfür sind „Aromastar“, „Mara des Bois“, „Camara“ und „Siskeep“.

Grundlagen des Erdbeer-Anbaus


Die beste Zeit zum Pflanzen von Erdbeeren ist Ende Juli, beziehungsweise Anfang August. Späteres Pflanzen hat zur Folge, dass im ersten Jahr noch keine Früchte entstehen.

Im Beet beträgt der Abstand idealerweise 25 bis 30 Zentimeter zwischen den Pflanzen und 80 bis 100 Zentimeter zwischen den Reihen. Achten Sie darauf, die Pflanzen weder zu flach, noch zu tief einzugraben, denn sonst drohen sowohl Wurzeln als auch Herzknospen zu vertrocknen, beziehungsweise zu verfaulen. Wenn sich der Wurzelstock gerade über der Erde befindet, haben Sie alles richtig gemacht.

Welcher Boden ist am besten für Erdbeeren geeignet?


Idealerweise ist der Boden tiefgründig und wasserdurchlässig. Dazu kommt, dass er reich an Nährstoffen sein sollte und der Gefahr von Staunässe entgegenwirkt, denn auch Erdbeeren gehören zu den Pflanzen, die keine „nassen Füße“ mögen. Ein Sandanteil ist zusätzlich empfehlenswert. Der pH-Wert sollte zwischen 5,5 und 7 betragen.

Wenn der Boden eher leicht beschaffen ist, so muss öfter gegossen werden, da diese Böden schneller austrocknen als schwerere, die das Wasser längere Zeit speichern.

Es ist davon abzuraten, Böden zu verwenden, in denen in den letzten vier Jahren bereits Erdbeeren angepflanzt wurden. Ebenso wenig sollte man in frische Erde pflanzen; stattdessen sollte die Erde mindestens zwei – besser vier – Wochen Zeit bekommen, sich zu setzen.

Nicht nur muss der Boden dazu gut durchgegraben werden, sondern auch die Verwendung von Stall-, beziehungsweise Pferdemist und Komposterde ist angeraten. Wem das zu aufwendig ist, kann auch einfach den Boden mit Humusdünger vermischen, beziehungsweise auf einen Beerendünger* zurückgreifen.

Anbau im Freien


Wenn Sie sich dazu entschließen, Erdbeeren unter freiem Himmel anzubauen, ist es wichtig, dass Sie eine ideale Umgebung für die Früchte schaffen.

Das beginnt damit, dass diese Pflanzen echte Sonnenanbeter sind, so dass Sie einen Standort auswählen sollten, der möglichst viel Sonne abbekommt. Das hat auch den schönen Effekt, dass die Erdbeeren dadurch süßer werden.

Pflanzung von Erdbeeren
Pflanzung von Erdbeeren

Zwar mögen Erdbeeren es nicht, wenn es zu luftig ist, allerdings sollte es auch nicht ganz windstill sein, denn der Wind sorgt dafür, dass die Blätter nach Regen schneller trocknen, so dass die Pflanze nicht so anfällig für Krankheiten ist.

Vor allem, wenn Sie Ihre Erdbeeren auf einem Balkon oder einer Terrasse anpflanzen möchten, eignen sich dafür sogenannte Erdbeer-Pflanzsäcke, beziehungsweise hängende Pflanztaschen*. Es handelt sich dabei um Beutel aus Kunststoff, die sich aufhängen lassen und über Drainagelöcher sowie Öffnungen in Kreuzschlitzform an den Seiten verfügen.

Erstere sorgen dafür, dass keine Staunässe entsteht, während letztere sicherstellen, dass die Erdbeeren seitlich aus den Taschen herauswachsen können. Solche Beutel haben nicht nur den Vorteil, dass die Erdbeeren nicht auf dem Boden aufliegen und eventuell zertreten werden, sondern sie dienen auch gleichzeitig als Dekoration für die Hauswand.

Im Gegensatz zu Bodenerdbeeren werden die Ausläufer übrigens beibehalten, denn an ihnen entstehen neue Früchte. Sehr zu empfehlen ist bei dieser Form der Bepflanzung die Verwendung eines Gießtrichters*, der für eine optimale Bewässerung der Pflanzen sorgt.

Anbau im Gewächshaus


Idealerweise pflanzen Sie die Erdbeeren auch in diesem Falle erst einmal draußen an und holen sie erst ungefähr Mitte Dezember in das Gewächshaus.

Der Grund ist, dass die Pflanzen die Kälte brauchen, um Blüten bilden zu können. Nun ist es wichtig, dass die Erdbeeren möglichst viel Helligkeit abbekommen. Idealerweise verwenden Sie Hängeregale, so dass auch für Luftzirkulation gesorgt ist.

Als nächstes ist es wichtig, dass Sie die Aufgabe übernehmen, für die normalerweise die Insekten zuständig sind: die Befruchtung. Dazu schütteln Sie die Pflanzen oder greifen auf einen Pinsel als Hilfsmittel zurück, mit dem Sie über die Narbe streichen, sobald sich die Blüten öffnen.

Pflege der Pflanzen


Neben der schon oben angesprochenen Sonneneinstrahlung ist es ebenfalls wichtig, dafür zu sorgen, dass Erdbeeren ausreichend Wasser bekommen, wobei Staunässe jedoch unbedingt vermieden werden muss. Regelmäßiges Gießen einerseits und das Sicherstellen von Ablaufmöglichkeiten andererseits sind also essentiell.

Auch, wenn Erdbeeren an sich winterhart sind, gelten für solche, die in Töpfen oder Beuteln angepflanzt werden, besondere Bedingungen, vor allem bei Frost. So sollte die Pflanze den Winter über an eine möglichst geschützte Stelle gebracht werden, wie etwa eine windgeschützte Ecke.

Im Fachhandel gibt es außerdem Folie*, mit der die Pflanzen abgedeckt werden können, was zusätzlich vor Frost schützt. Wer seine Pflanzen lieber drinnen überwintern lässt, sollte darauf achten, dass der Raum hell ist und nur so viel gegossen wird, dass die Erde nicht austrocknet.

Ebenfalls muss darauf geachtet werden, eventuell anwachsendes Unkraut zu jäten, damit dieses nicht in Konkurrenz zu den Erdbeeren tritt und deren Wachstum hemmt. Des Weiteren kann zum Schutz gegen Grauschimmel der Boden mit Stroh bedeckt werden.

Welche Schädlinge gibt es und was hat sich dagegen bewährt?


Zunächst einmal ist es wichtig zu wissen, dass Erdbeeren nicht wieder in der gleichen Erde verpflanzt werden sollen, in der im Jahr zuvor schon Erdbeeren angebaut worden waren. Denn das begünstigt unerwünschte Erscheinungen wie Angriffe durch Fressfeinde oder Pflanzenbefall.

Grob gesehen kann man das, was der Frucht Schaden zufügen kann, in zwei Kategorien einteilen.

* Insekten
Wenn Ihre Erdbeeren vom Erdbeerblütenstecher befallen wurden, was sich in abgeknickten Blütenknospen äußert, kann schon der Wechsel zu einer stärker blühenden Sorte helfen.

Bemerken Sie hingegen gekräuselte Herzblätter, können dafür Weichhautmilben oder Erdbeermilben verantwortlich sein. Sehen Sie auf der Blattunterseite durchsichtige Eier, so dürfte es sich um die Gemeine Spinnmilbe handeln.

In diesen Fällen hilft entweder die vorsichtige Anwendung von Stickstoffdünger* oder das Ausweichen auf robustere Erdbeersorten wie etwa „Pegasus“.

Weitere Feinde der Erdbeeren können Dickmaulrüssler, Drahtwürmer oder Nematoden sein; in diesen Fällen ist es allerdings schwierig, gegenzusteuern, unter anderem, weil die Insekten sehr versteckt leben oder schlicht in jedem Boden vorkommen und erst eine Überpopulation zum Problem wird.

* Bakterien und Pilze
Neben dem oben bereits erwähnten Grauschimmel gibt es unter anderem die Rotflecken- und die Schwarzfleckenkrankheit, die Rote Wurzelfäule und den Erdbeermehltau.

Hier ist es am sinnvollsten, durch Pflegemaßnahmen vorzubeugen. Beispielsweise, indem Sie alte Blätter entsorgen und auf eine gute Durchlüftung achten.

Wie kann man die Früchte lagern und verwerten?


Wenn das Erdbeeren-Projekt erfolgreich war und Sie im wahrsten Sinne des Wortes die Früchte Ihrer Arbeit ernten konnten, geht es im nächsten Schritt darum, sich dafür zu belohnen, indem Sie das Beste aus der Ernte machen.

* Erdbeeren frisch genießen
Erdbeeren sollten idealerweise zwei bis drei Tage nach der Ernte verbraucht werden, sofern Sie sie nicht weiterverarbeiten möchten. In diesem Falle eignen sie sich hervorragend als Teil eines Obstsalates oder eines frischen Müslis.

Auch mit Speise-Eis oder Joghurt, beziehungsweise Quark lassen sich Erdbeeren hervorragend kombinieren. Und selbstverständlich kann man Erdbeeren auch ganz einfach pur genießen.

Damit die Erdbeeren aber tatsächlich auch die oben genannten zwei bis drei Tage frisch bleiben, werden sie am besten im Gemüsefach des Kühlschranks gelagert. Um zu verhindern, dass sich Feuchtigkeit sammelt, empfiehlt sich die Aufbewahrung in einem über dem Boden hängenden Sieb.

Alternativ können Sie die Erdbeeren auch auf Küchenpapier legen, das die Flüssigkeit aufsaugt. Sie sollten unbedingt darauf achten, dass Sie die Erdbeeren erst unmittelbar vor der Verwendung waschen, beziehungsweise sie von Stielen und Blättern befreien.

* Erdbeeren verarbeiten
Wenn Sie gerne länger etwas von Ihren Erdbeeren haben möchten, so gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Gekochte Erdbeeren werden zu einer leckeren Konfitüre für den morgendlichen Toast. Getrocknet und in Form von Chips eignen sie sich hervorragend als Zwischenmahlzeit. Und natürlich haben Sie auch die Möglichkeit, sich ein leckeres Erdbeer-Eis damit zuzubereiten; dazu brauchen Sie dann nur noch Puderzucker, Milch, Sahne und Zitronensaft.

Und wenn Sie sich noch nicht festlegen möchten, was Sie mit Ihrer Ernte machen, so gibt es immer noch die Möglichkeit, die Erdbeeren einzufrieren.