Dill Anbau, Pflege und Ernte

Beitragsbild Dill Anbau, Pflege und Ernte.

Dill – Ein unkompliziertes Würzkraut


In Kombination mit Gurken- und Fischgerichten ist Dill ein beliebtes Würzkraut. Weil er aus der Würzmischung zu eingelegten Gurken kaum wegzudenken ist, wird er im Volksmund auch Gurkenkraut genannt. Doch Dill kann weit mehr, als Gurken- und Fischgerichten den nötigen Pfiff zu verleihen. Besonders aromatisch wird Dill, wenn Sie ihn selbst anbauen.

Inhaltsverzeichnis

Botanische Grundlagen

Dill (Anethum graveolens) ist ein einjähriges Gewürzkraut aus der Familie der Doldenblütler. Als Dolden bezeichnet man Blütenstände, die sich schirmartig nach außen entfalten. Ein bekanntes Beispiel sind z. B. die Blütenstände von Holunder oder Giersch. Die Dolden des Dills blühen leuchtend gelb und wachsen nach oben gerichtet an der Spitze der Pflanze.

Von der Wuchsform her ähnelt Dill dem Fenchel. Dill kann je nach Sorte zwischen 30 – 100 cm groß werden und besteht aus einem aufrecht wachsenden Stängel, von dem sich wenige Nebentriebe abzweigen. Seine Blätter ähneln dünnen Nadeln und sind fiedrig angeordnet. Die Pflanze verträgt je nach Sorte durchaus etwas Frost, bei zu niedrigen Temperaturen geht sie jedoch ein.

Bei Wildbienen und anderen Kleininsekten ist der Dill eine beliebte Pollen- und Nektarquelle. Bei der Nahrungssuche bestäuben die Tierchen die Pflanze, sodass sie bis August zahlreiche etwa 2 mm große Samenfrüchte ausbildet.

So blüht der Dill.
So blüht Dill.

Verwendungsmöglichkeiten

Dill ist ein überaus vielseitiges Kraut. Jeder Bestandteil der Pflanze kann sowohl frisch als auch getrocknet verwendet werden, wobei das Aroma der frischen Pflanze deutlich intensiver ist.

  • Dill als Gewürzkraut

Dolden, Stängel, Samen und Laub können zum Würzen von Einlegesud für Sauer- und Essiggemüse verwendet werden. Hierzu zählen vor allem Gurken, aber auch anderes eingelegtes Gemüse wie Bohnen, Zucchini, Kohl oder Rüben harmonieren mit dem Gurkenkraut.

Dillspitzen werden üblicherweise zum Würzen von frisch zubereiteten Gerichten verwendet. Sie geben Pfannen- und Schmorgerichten, hellen Ragouts, Fischgerichten, Dressings, Mayonnaisen und Remouladen und hellen Saucen ein besonderes Aroma.

Dillsamen können sowohl im Mörser zerstoßen, fein gemahlen als auch in Gänze zum Würzen verwendet werden. Besonders Brotgewürz und Gemüsesuppen profitieren von dem feinen Aroma der Dillsamen, ansonsten können Sie die Samen überall dort verwenden, wo Sie den Dillgeschmack mögen.

  • Dill als Heilkraut

Bei dem vielseitig einsetzbaren Gurkenkraut werden vor allem die Samen verwendet. Sie enthalten einen hohen Anteil an Carvonöl, welches entkrampfend, entzündungshemmend, verdauungsfördernd und windtreibend wirkt. Dill wird aufgrund dieser Eigenschaften bevorzugt bei Magen- und Unterleibsbeschwerden eingesetzt.

Hierzu können Sie Dill-Tee zubereiten. Geben Sie 1 TL zerstoßene Dillsamen in eine Tasse. Gießen Sie diese mit 100 ml kochendem Wasser auf und lassen Sie die Mischung 5 – 10 Minuten ziehen.

Aus den Samen gepresstes Dill-Öl* kann sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet werden. Durch seine entzündungshemmende Wirkung kann das Einreiben mit dem Öl bei Hautekzemen oder anderen Wunden unterstützend wirken. Das Öl kann zur Linderung von Magen-Darm-Beschwerden mit etwas Flüssigkeit eingenommen oder als Gewürz in die Nahrung gegeben werden. Einige Tropen in warmen Weißwein wirken schlaffördernd und entspannend.

Die entzündungshemmende und entkrampfende Wirkung können Sie sich auch bei Unterleibskrämpfen oder Hämorrhoiden zu Eigen machen. Kochen Sie 30 g Samen oder 2 Handvoll Kraut mit 1 Liter Wasser auf und lassen Sie das Ganze 15 Minuten ziehen. Anschließend verwenden Sie den Sud für ein Sitzbad.

Bewährte Sortenvielfalt

Der Ackerdill ist die Wildform des Dills, die ursprünglich aus Vorderasien, die Mittelmeerregion und Südrussland stammt. Durch Wandermönche und die Römer wurde die Gewürzpflanze in der Antike nach Europa gebracht. Der heute angebaute Gartendill ist, ebenso wie der indische Dill, aus der Weiterzüchtung des Ackerdills entstanden. Sie unterscheiden sich hauptsächlich in der Zusammensetzung der enthaltenen ätherischen Öle.

Aus dem Gartendill sind einige Züchtungen hervorgegangen, die an besondere Bedürfnisse bei Anzucht und Verwendung angepasst sind.

  • Dillsorten Bouquet und Ella: Eher kleinwüchsig und kompakt und daher gut geeignet für die Topfanzucht
  • Dillsorte Dukat: Besitzt durch einen hohen Gehalt an ätherischen Ölen ein besonders intensives Aroma
  • Dillsorte Elefant: Sehr blattreiche Sorte, die spät blüht und somit eine lange Ernteperiode hat
  • Dillsorte Hercules: Besonders kräftiger Pflanzenwuchs mit hohem Ertrag, eignet sich eher für den Freilandanbau
  • Dillsorte Mammut: Sehr starkwachsend und intensiv im Aroma, eignet sich eher für den Freilandanbau
  • Dillsorte Vierling: Bildet besonders attraktive Blüten aus und eignet sich auch als Zierpflanze. Sehr kräftiger Wuchs, daher nur für den Freilandanbau geeignet,

Der Anbau von Gurkenkraut

Beim Anbau von Dill sind einige Grundregeln zu beachten, die sowohl für den Anbau im Freiland als auch auf dem Balkon oder im Gewächshaus* gelten.

Die Aussaat


Dill bildet eine lange Pfahlwurzel aus und verträgt es daher nicht gut, umgepflanzt zu werden. Säen Sie die Samen daher direkt an dem gewünschten Standort aus.

Das Gurkenkraut ist ein Lichtkeimer. Das bedeutet, dass die Samen nicht mit Erde bedeckt sein dürfen, da sie ansonsten nicht keimen. Streuen Sie die Samen auf die angefeuchtete Erde und drücken Sie sie gut an. Halten Sie die Erde durchgehend feucht. Nun brauchen Sie Geduld, denn das Gurkenkraut keimt erst nach etwa 14 Tagen.

Dill keimt, je nach Sorte, ab einer Außentemperatur von etwa 15 °C. Ins Freiland können Sie die Samen daher etwa ab Mitte April säen. In Töpfen oder Schalen in Innenräumen oder beheizten Frühbeeten* oder Gewächshäusern ist die Aussaat schon eher möglich. Eine ganzjährige Anzucht ist bei entsprechender Temperierung grundsätzlich möglich. Ohne zusätzliche Beleuchtung* wird die Pflanze in den sonnenarmen Wintermonaten jedoch nur unzureichend wachsen und wenig Aroma ausbilden.

Bei der Aussaat in Töpfen achten Sie darauf, dass die Töpfe möglichst hoch sind, damit sich die lange Pfahlwurzel des Dills gut ausbilden kann. Da die Pflanze je nach Sorte mitunter recht hoch wird, sollte der Topf über eine ausreichende Standfestigkeit verfügen. Achten Sie darauf, für die Topfkultur speziell dafür gezüchtete Sorten wie Bouquet oder Ella zu verwenden. Diese haben einen kompakteren, buschigen Wuchs und brauchen weniger Platz.

Dill bevorzugt einen geschützten, halbschattig bis sonnigen Standort. Idealerweise ist der Boden eher lehmig und feucht. Dieser ist fester und speichert Feuchtigkeit besser, sodass das Gurkenkraut gut Halt findet und eine gute Wasserversorgung hat. Staunässe ist zu vermeiden, da ansonsten die Wurzel faulen kann.

Dill benötigt viel Platz im Beet. Säen Sie die Pflanzen daher nicht zu nah aus. Halten Sie sich an die auf dem Saattütchen angegebenen Pflanzabstände und vereinzeln Sie sie gegebenenfalls. Stehen die Pflanzen zu eng, konkurrieren Sie um Nährstoffe und Wasser und wachsen nicht so gut.

Vorsicht beim Anbau in Gewächshäusern oder Wintergärten: Die Samen des Dills bilden sich nur dann aus, wenn das Gurkenkraut vorab bestäubt wurde. Sorgen Sie daher dafür, dass die Pflanze ausreichend in Kontakt mit Insekten kommen kann, indem sie sie z. B. ins Freie stellen. Alternativ besorgen Sie die Bestäubungsarbeit selbst. Hierzu müssen Sie mit einem weichen Puderpinsel über die Dolden streichen, wenn diese voll ausgebildet sind. Dies funktioniert allerdings eher leidlich, sodass Sie die natürliche Bestäubung vorziehen sollten.

Pflege

Der Dill ist recht anspruchslos und unkompliziert. Gießen Sie das Gurkenkraut regelmäßig und entfernen Sie allzu schnell wachsendes Unkraut. Ist der Boden besonders lehmig und neigt zum Versiegeln, sollten Sie ihn gelegentlich auflockern, damit das Gießwasser gut eindringen kann.

Schutz vor Schädlingen

Marienkäfer können gegen Läusebefall helfen.
Marienkäfer können gegen Läusebefall helfen.

Dill ist für Blattläuse ein beliebtes Ziel. Greift man nicht frühzeitig ein, sitzen die Läuse nahezu an dem kompletten Stängel und saugen den Saft aus der Pflanze, welche daraufhin eingeht. Unternimmt man nichts, ist schnell das ganze Beet befallen.

Sie können hier frühzeitig eingreifen, indem Sie Lavendel, Salbei oder Thymian zwischen den Dill setzen. Der Duft dieser Pflanzen hält Blattläuse fern. Auch Knoblauchzehen, die rund um den Dill in den Boden gesteckt werden, können Abhilfe schaffen.

Die natürlichen Feinde von Blattläusen sind Marienkäferlarven* und Florfliegen. Gestalten Sie ihren Garten nach Möglichkeit so, dass sich Nützlinge dort wohlfühlen. Sorgen Sie für entsprechende Unterschlupfmöglichkeiten und mit etwas Glück siedeln sich die Tierchen bei Ihnen an. Abhilfe schaffen auch spezielle Händler, die Nützlinge zum Aussetzen im eigenen Garten anbieten.

Ist der Befall bereits passiert, müssen Sie sofort handeln. Neben einschlägigen Pflanzenschutzpräparaten* gibt es auch Hausmittel, die bei der Eindämmung des Lausbefalles helfen.

Am komfortabelsten ist die Anwendung von Brennnesselsud. Lassen Sie 1 kg Brennnesseln in 10 Liter Wasser für mindestens einen Tag ziehen und filtern Sie die Nesseln dann heraus. Mit dem Sud sprühen Sie die befallenen Pflanzen dann alle 2 Tage gründlich ein. Nach etwa 1 Woche sollte der Befall beseitigt sein.

Möglich ist auch, die Pflanzen mit einer Mischung von 1 Esslöffel Schmierseife auf 1 Liter Wasser oder von 30 ml Rapsöl auf 70 ml Wasser einzusprühen. Dies wirkt ebenso effektiv, hat aber den Nachteil, dass Sie die Pflanzen danach gründlich abwaschen müssen. Zum einen haben Sie sonst unter Umständen Seifenreste in ihrer Ernte, zum anderen kann bei sehr hoher Sonneneinstrahlung das erhitzte Rapsöl die Pflanze schädigen, sodass sie eingeht.

Die Ernte

Die Erntezeit für den Dill ist in der Zeit von Juli bis Oktober. Wenn sich das Gurkenkraut gut entwickelt hat und genug Laub trägt, kann es bereits ab Juni laufend beerntet werden. Hierbei werden die frischen Dillspitzen abgezupft, die als Würzkraut Verwendung finden. Sie sind am aromatischsten, bevor die Pflanze blüht.

Ungefähr Ende Juli können meist die ersten Blütendolden geerntet werden. Diese werden einfach mit einem scharfen Messer oder einer Schere abgeknipst.

Um die Samen zu ernten, müssen Sie die Pflanze so lange stehen lassen, bis die Dolden vertrocknet sind und die Samen eine bräunliche Färbung angenommen haben. Behalten Sie die Pflanzen im Auge – verpassen Sie den Erntezeitpunkt, säht sich das Gurkenkraut selber aus und die Samen sind verstreut.

Wenn Sie die gesamte Pflanze ernten wollen, kappen Sie diese einfach kurz über dem Boden ab. Der untere Teil der Pflanze kann im Boden verbleiben und dort kompostieren. Achten Sie im Folgejahr darauf, an diesem Standort keine Pflanzen aus der gleichen Familie anzupflanzen. Zwiebeln, Möhren, Sellerie, Pastinaken, Petersilie und Fenchel sollten Sie an diesem Standort erst wieder nach 3 – 4 Jahren anpflanzen. So vermeiden Sie das Ausbreiten von Pflanzenkrankheiten und das einseitige Auszehren des Bodens.

Expertentipp: Ernten Sie das Gurkenkraut erst, nachdem an 2 Tagen hintereinander die Sonne geschienen hat. Außerdem sollten Sie den Nachmittag bevorzugen. Dann ist der Gehalt an ätherischen Ölen besonders groß und der Dill ist besonders aromatisch.

Dill haltbar machen

Wenn Sie den Dill nicht gleich verarbeiten können oder wollen, gibt es verschiedene Möglichkeiten, diesen haltbar zu machen.

Frische Pflanzenteile einfrieren
Dies ist die einfachste Möglichkeit des Haltbarmachens. Sie eignet sich für das Laub und die Blüten. Waschen und trocknen Sie den Dill und zerkleinern sie ihn in die gewünschte Größe. Anschließend füllen Sie ihn in Gefrierbehälter* oder Gefriertüten um und packen ihn in die Kühltruhe.

Getrocknete Dillspitzen aufbewahren
Das meiste Aroma behalten die Dillspitzen, wenn sie sie langsam an der Luft trocknen. Fassen Sie die Dillzweige zu kleinen Bündeln zusammen und hängen Sie diese an einen luftigen, geschützten und trockenen Platz auf. Nach etwa 2 Wochen ist der Dill trocken und sie können ihn zerkleinern. Füllen Sie ihn in luftdichte Schraubgläser* um. So behält er sein Aroma und ist lange haltbar.

Samen aufbewahren
Auch die Samen sollten Sie noch einige Tage nachtrocknen lassen, um eventuelle Restfeuchtigkeit zu entfernen. Breiten Sie sie auf einem Küchentuch aus und stellen Sie sie trocken und luftig auf. Anschließend füllen Sie sie in ein dichtes Schraubglas um.

Frischen Dill einsalzen
Eine ungewöhnliche Methode ist das Einsalzen. Hacken Sie Dolden und Laub grob klein und mischen sie das Ganze im Verhältnis 1:1 gut mit Speisesalz. Das Ganze füllen Sie in ein luftdichtes Schraubglas. Durch den hohen Salzgehalt wird der Dill konserviert. Dunkel gelagert, hält sich die Mischung etwa 1 Jahr und kann zum Würzen von Suppen, Soßen, Ragouts oder Ähnlichem verwendet werden.

Die Stängel verwenden
Aus den Stängeln lässt sich Kräuteröl oder Kräuteressig herstellen. Hierzu werden die gewaschenen und gut abgetrockneten Stängel in ein luftdicht verschließbares Gefäß gegeben und mit neutralem Öl oder Essig aufgegossen. Nach etwa 2 Wochen werden die Stängel wieder entfernt und das Öl bzw. der Essig sind fertig. Hierbei müssen Sie unbedingt sauber arbeiten, da sich ansonsten schnell Schimmel bilden kann.