Basilikum Anbau, Pflege und Ernte

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Basilikum – das Königskraut aus der Antike

Schon in grauer Vorzeit war Basilikum als Gewürzkraut beliebt. Aber nicht nur in der guten Küche ist das Königskraut sehr begehrt, sondern es ist auch für das Wohlbefinden von Relevanz. Reich an sekundären Inhaltsstoffen brilliert Basilikum durch eine antioxidative Wirkung und ist damit perfekt für alle, die aktiv etwas gegen das Älterwerden ankämpfen wollen. Das und mehr kann Basilikum:

Inhaltsverzeichnis

Basilikum, das geschmackvolle Anti-Aging-Kraut

Basilikum (Ocimum basilicum) gehört zur Familie der Lippenblütler und war schon bei den alten Römern und Griechen sehr beliebt. Auch die moderne Küche ist ohne mediterranes Basilikum kaum vorstellbar. Tomaten-Mozzarella, Pasta oder Pesto werden eben oft erst durch das Königskraut zu etwas Besonderem. Typisch sind der leicht bittere, frische Geschmack und das angenehm herb-scharfe Aroma. Ob Thai-Basilikum, britisches oder italienisches Königskraut, ob frisch, getrocknet oder gefroren – Basilikum kann auf unterschiedlichste Weise zubereitet werden. Thai-Basilikum unterscheidet sich geschmacklich allerdings vom klassischen Königskraut. Sein geschmacklicher Charakter ähnelt eher Piment, Zitrone oder Anis.

Basilikum eignet sich hervorragend zur Herstellung von Pesto.

Lecker und gesund – das Königskraut

Basilikum enthält jede Menge Vitamin K, Calcium, Betacarotin, ätherisches Öl und Eisen. Dank der speziellen Zusammensetzung der Inhaltsstoffe wird Basilikum gerne zur Behandlung von Gelenkschmerzen verwendet und kann außerdem bei übermäßigem Stressempfinden und innerer Unruhe eingesetzt werden. Insbesondere die antibakterielle Wirkung des Heilkrauts ist seit jeher bekannt.

Entzündungserscheinungen sowie Schürfwunden und Hautreizungen können gut mit dem Königskraut gelindert werden. Darüber hinaus sagt man Basilikum eine schleimlösende Wirkung nach. Daher bietet sich das wertvolle Naturprodukt auch zur Linderung von Grippe- oder Erkältungssymptomen an. Wenn Sie Ihr Haarwachstum unterstützen wollen, kann das Kraut ebenfalls helfen. Expertenmeinungen zufolge versorgt es die Haarwurzeln mit kostbaren Nährstoffen und wirkt somit Haarausfall oder brüchigem Haar entgegen.

So haben Sie noch mehr von Ihrer Pflanze

Wenn Sie das Gewächs im Supermarkt kaufen, sollten Sie es zuhause möglichst direkt umtopfen. Denn die Pflanze braucht Platz zum Wachsen und Gedeihen. Platzieren Sie sie an einem warmen, trockenen Ort mit nährstoffhaltigem Boden. Wässern Sie sie regelmäßig, da sie einen sehr hohen Wasserbedarf hat. Gesetzt den Fall, dass das Kraut versehentlich zu wenig gegossen wird, sodass der Boden – wenn auch nur kurzzeitig – trocken wird, besteht bereits die Gefahr, dass es eingeht.

Ernten Sie die Blätter möglichst regelmäßig. Schneiden Sie dafür die kleinen, noch jungen Blätter mit der Schere ab. Nicht rupfen! Häufiges Ernten verhindert, dass sich Blüten bilden: Wenn das Kraut erst einmal blüht, wird es unmittelbar danach sein Wachstum einstellen und absterben, da es zu den einjährigen Pflanzen gehört. Ganz abgesehen davon werden Basilikumblätter nach der Blüte bitter und verlieren ihr köstliches Aroma.

Wichtiges zum Basilikumanbau

Beim Anbau von Basilikumkraut kommt es in erster Linie darauf an, dass der Boden locker und nährstoffreich ist. Je höher der Stickstoffgehalt, desto besser. Bei einem zu niedrigen Gehalt an Stickstoff im Erdreich können Sie nachhelfen, indem Sie den Boden regelmäßig mit Hornspänen* oder frischem Kompost düngen. Ganz gleich, ob Sie Basilikumsamen ausgesät oder Pflänzchen eingesetzt haben: Das Kraut schätzt es ganz und gar nicht, wenn die Blätter beim Gießen feucht werden. Deshalb sollten Sie darauf achten, dass das Wasser stets in Bodennähe zugeführt wird.

In der herbstlichen und winterlichen Jahreszeit sind zu feuchte Blattoberflächen besonders anfällig für Pilzerkrankungen. Auch aus diesem Grund empfiehlt sich das bodennahe Wässern. Hierbei ist zusätzlich empfehlenswert, die älteren Blätter im unteren Bereich der Pflanze regelmäßig zu entfernen und zu kompostieren. Dadurch werden die Basilikumpflanzen besser durchlüftet und haben mehr Kraft, um die kleineren Blätter und Stängel leichter mit den Nährstoffen aus dem Boden zu versorgen. Als moderne Küchenvariante hat sich der Anbau mit einem Hydroponisches Anzuchtsystem bewährt.

Experten-Tipp:

Je größer die Basilikumblätter, desto größer ihr Durst. Um Zeit zu sparen und das Bewässern effizienter zu gestalten – was besonders bei einer größeren Anzahl an Basilikumpflanzen Sinn macht – werden die Topfpflanzen am besten von unten mit Hilfe von Untersetzern mit Wasser versorgt. Im Sommer sollten Sie darauf achten, die Untersetzer mehrmals täglich mit Wasser aufzufüllen.

Schenken Sie Ihren Basilikumpflanzen von Anfang an genügend Aufmerksamkeit. Die Aussaat sollte etwa Anfang Mai erfolgen. Wählen Sie dafür einen warmen und sonnendurchfluteten Standort auf der Fensterbank oder auf dem Balkon. Im Allgemeinen gedeihen Zimmerpflanzen bei etwa 19 bis 21 Grad Celsius besonders gut. Sie können Ihr Königskraut dann sogar früher und öfter abernten. Basilikumsamen sind so genannte Lichtkeimer. Das bedeutet, dass Sie die Samen nur sanft auf die zuvor angefeuchtete Erde drücken, nicht aber unter die Oberfläche geben sollten.

Von ausgewachsenen Pflanzen können Sie ein paar Triebe entfernen. Stellen Sie diese ein paar Tage lang in ein Glas Wasser. Es wird nicht lange dauern, bis sich die ersten Wurzeln gebildet haben. Bringen Sie die kleinen Pflänzchen nicht zu früh ins Freibeet ein, sondern gönnen Sie ihnen stattdessen zunächst eine zwei- bis dreiwöchige Ruhephase auf einer Fensterbank im Wintergarten* oder im Wohnzimmer. Bei einem eventuellen Frühjahrsfrost – vor dem 15. Mai eines jeden Jahres ist die Gefahr noch recht groß – könnten insbesondere jüngere Pflanzen leicht einen Schaden davontragen und im schlimmsten Fall sogar absterben.

Welche Basilikumarten gibt es?

Im Laufe der Jahre haben sich mehr als 60 verschiedene Basilikumarten etabliert. Die wohl bekannteste Sorte ist Ocimum basilicum. Sie hat ihren Ursprung in Griechenland und blickt auf eine jahrtausendealte Geschichte zurück. Nicht nur die Blätter dieser Basilikumart schmecken exzellent, sondern auch die Blüten des Ocimum basilicum kommen auf den Teller, wenn Sie mögen. Besonders begehrt sind sie, wenn es darum geht, geschmackvollen Gerichten eine dekorative Optik zu verleihen. Die Samen wiederum stecken voller Vitalstoffe und kommen nicht zuletzt als Verdickungsmittel in Joghurts, Desserts, Saucen oder Suppen zur Anwendung.

Weitere Basilikumarten stammen aus Asien, Nordamerika und aus einigen Teilen Afrikas. Nicht alle Sorten haben grüne Blätter. Tatsächlich gibt es auch Varianten mit braunen, roten oder grün-weißen Blättern. Afrikanischer Strauchbasilikum verfügt sogar über ein Blattwerk mit violetten Adern. Die Wuchsform ist besonders buschig. Die Pflanze ist zwar mehrjährig, aber sehr kälteempfindlich und damit nicht winterhart. Geschmack und Aroma des afrikanischen Strauchbasilikums sind vergleichbar mit Kampfer und weisen überdies Einflüsse von herrlich süßer Vanille auf.

Der Klassiker unter den Basilikumarten ist der Genoveser Basilikum*. Diese einjährige Pflanzenart ist besonders robust und brilliert durch einen sehr intensiven, würzigen Geschmack. Dieser passt hervorragend zu herzhaften Speisen, aber auch zu süßen Gerichten bzw. Desserts. Salate, Pestos und Dips lassen sich ebenfalls sehr gut damit aufpeppen. Thai-Basilikum ist ein unverzichtbarer Begleiter in der asiatischen Küche. Er hat ein leicht süßliches Aroma und zeichnet sich überdies durch seinen Anis- und Lakritz-Charakter aus.

Weitere beliebte Basilikumsorten

  • Britischer Basilikum mit hellgrünen, derben Blättern und intensivem, blumigem Aroma
  • Zitronenbasilikum* mit hellvioletten Blüten und leuchtend grünen Blättern, die frisch und nach Zitrone schmecken und duften
  • Neapolitanischer Basilikum bzw. Salatbasilikum mit krausen Blättern, die nach Anis und Pfeffer duften und süß schmecken
  • Zimtbasilikum mit roten Blüten und lila Stängeln und violetten Blättern, die sehr mild und zimtartig schmecken
  • Feinblättriger Basilikum mit filigranem Blattwerk und mildem Geschmack – vergleichbar mit Genoveser Basilikum
  • Russisches Strauchbasilikum mit robusten, sehr aromatischen Blättern und roten Stängeln.
  • Roter Basilikum mit dunkelviolettem, gekräuseltem Blattwerk, das extrem intensiv und sehr würzig schmeckt

Ist Basilikum anfällig für Schädlinge und Krankheiten?

Basilikum befallen von Mehltau.

Ein sonniger, warmer Standort mit nährstoffhaltigem Boden – diese grundlegenden Voraussetzungen sollten erfüllt sein, wenn Sie Basilikum anbauen und züchten wollen. Denn dann fühlt sich die Pflanze wohl und kann sich daher besser gegen mögliche Krankheiten und Schädlinge wappnen. Nichtsdestotrotz kann es vorkommen, dass Sie plötzliche Veränderungen am Königskraut feststellen. Wenn das Blattwerk gelbe Verfärbungen oder einen Läusebefall aufweist, ist Handlungsbedarf erforderlich. Ursache sind oftmals Staunässe, Kälte oder eine unzureichende Bewässerung.

Schnecken lieben Königskraut. Sobald Sie die ersten Fressspuren der leidigen Schädlinge an Ihren Pflanzen bemerken, sollten Sie sie entfernen. Oft hilft es, neben dem Königskraut ein kleines Loch ins Erdreich zu buddeln und ein Behältnis in die Öffnung zu stellen. Dieses befüllen Sie mit Bier. Davon fühlen sich Schnecken magisch angezogen. Sie fallen hinein und werden Ihren Basilikum in Ruhe lassen.

Auch ein Lausbefall ist nie ganz auszuschließen. Selbst bei bester Pflege und hervorragenden Standortbedingungen können Basilikumpflanzen befallen werden. Schneiden Sie die von Läusen besetzten Pflanzenteile zurück und setzen Sie rohe Zwiebelstückchen in den Boden. Düngen Sie die Pflanzen zusätzlich regelmäßig, um sie zu stärken. Ebenso hilfreich kann es sein, das befallene Blattwerk dünn mit einer Apfelessiglösung zu besprühen und das Ganze dann für etwa vier bis sechs Tage in Folie einzuhüllen. Die Läuse sterben ab und die Pflanzen werden sich erholen.

Es gibt wohl kaum eine Pflanzenart, die nicht schon einmal vom Echten Mehltau befallen gewesen wäre. Bei warmen, trockenen Klimabedingungen kann ein Befall vor allem an jüngeren oder geschwächten Pflanzen auftreten. Die erkrankten Pflanzenteile müssen entfernt werden. Oftmals wird das Königskraut danach neue Triebe bilden, sodass Ihr Basilikumgewächs schon bald wieder kraftvoll und stark sein wird.

Basilikum – Genuss pur

Sie können das Risiko eines Schädlingsbefalls reduzieren, indem Sie den Standort passend zur Sorte auswählen. Während empfindlichere Basilikumgewächse vorzugsweise in einem Gewächshaus* gezogen werden, können robustere Basilikumsorten durchaus auch ins Freilandbeet. Achten Sie aber auf einen besonderen Schutz Ihrer Pflanzen. Bei kühlen Temperaturen ist es wichtig, die Pflanzen mit einer Decke zu schützen. Regelmäßiges Düngen und ausreichendes Bewässern tut Ihren Pflanzen gut. Als Zimmerpflanze gehalten können Sie das ganze Jahr hindurch die köstlichen Basilikumblätter ernten.